Jurist auf der Anklagebank: Kasseler Rechtsanwalt soll 200.000 Euro veruntreut haben

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Wer ihn wohl vor Gericht vertreten wird?  Ab Montag muss sich Dr. Bernd Hoppe vor Gericht verantworten.

Dem Kasseler Rechtsanwalt (mittlerweile wurde ihm die Anwaltszulassung entzogen), wird vorgeworfen, in der Zeit von März 2012 bis September 2015, Geldbeträge, die er anlässlich seiner beruflichen Tätigkeit als Rechtsanwalt vereinnahmt hatte, nicht pflichtgemäß verwendet zu haben.

Kassel. Normalerweise sitzt Dr. Bernd Hoppe auf der anderen Seite. Nun muss er sich auf der Anklagebank verantworten.

Anwaltszulassung entzogen

Dem Kasseler Rechtsanwalt (mittlerweile wurde ihm die Anwaltszulassung entzogen), wird vorgeworfen, in der Zeit von März 2012 bis September 2015, Geldbeträge, die er anlässlich seiner beruflichen Tätigkeit als Rechtsanwalt vereinnahmt hatte, nicht pflichtgemäß verwendet zu haben, insbesondere nicht an seine Mandantschaft weitergeleitet zu haben. Deshalb muss er sich ab Montag, 8. Januar um 9 Uhr wegen des Verdachts der Untreue und der Gebührenüberhebung vor dem Kasseler Landgericht (Saal E218) verantworten. Gegenstand der Vorwürfe sind drei Mandatsverhältnisse, in denen der Angeklagte in einer erbrechtlichen Angelegenheit bzw. mit der Geltendmachung von Forderungen gegenüber einer Versicherung bzw. als Testamentsvollstrecker tätig geworden war. Insgesamt handelt es sich um einen Betrag in Höhe von ca. 200.000 Euro, dessen treuwidrige Verwendung dem Angeklagten zur Last gelegt wird.

Des Weiteren soll Hoppe in einem anderen Mandatsverhältnis eine Kostenrechnung an eine Mandantin gestellt haben, die unter anderem eine Verfahrensgebühr und einen Gerichtskostenvorschuss beinhaltete, obwohl er eine Tätigkeit, die eine solche Abrechnung zulässt, nicht entfaltet hatte. Er soll sich hierdurch unberechtigt ca. 6.900 Euro verschafft haben. Hoppe sorgte in Kassel schon für viele Schlagzeilen: Im vergangenen Jahr wollte er Oberbürgermeister werden, gehörte zu den Wortführern, die die Straßenbahnen aus der Kasseler Innenstadt haben wollen. Und war/ist in vielen Parteien als Kommunalpolitiker aktiv (zuletzt Freie Wähler). Zur Hauptverhandlung sind 12 Zeugen geladen. Zur Wahrheitsfindung sind weitere Prozesstermine angeordnet: Freitag, 12. Januar, und Mittwoch, 17. Januar, jeweils um 9 Uhr.

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