Kampf um Strom geht weiter

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Kassel/Erdersee. 230 Gäste beim 4. "Nordhessischen Energiegespräch". SMA-Vorstand räumt ein: Umsatz ist 2014 weiter eingebrochen.

Kassel/Edersee. 230 Gäste konnte die Stadtwerke Union Nordhessen zum "4. Nordhessischen Energiegespräch” begrüßen. Rund 180 Mitglieder der Interessengemeinschaft Edertal ließen sich von SMA-Chef Pierre-Pascal Urbon informieren. Die Energiewende und ihre Folgen elektrisiert die Menschen.

Schluss mit Öko-Mythen

Kurz kam sie, doch sie kam. Erst erreichte Professorin Claudia Kempfert Kassel mit der Deutschen Bahn schwer verspätet, dann musste sie früher weg, weil ein Zug ausfiel. Doch davon ließ sich die Energieexpertin nicht irritieren und stellte Auszüge aus ihrem Buch "Kampf um Strom” vor.   Die für Nordhessen wichtigste Aussage kam gleich zu Beginn.   "Wir brauchen nicht alle Stromtrassen, doch eine brauchen wir ganz bestimmt. Die Südlink muß den Windstrom von der Nordsee nach Bayern und Baden-Württemberg transportieren. Daran geht kein Weg vorbei”, stellte sie klar und deprimierte viele der Anwesenden, die gegen diese Trasse kämpfen. Kempfert, die die Abteilung Energie, Umwelt und Verkehr am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin leitet,  räumte anschließend mit "Öko-Mythen und Energiemärchen”  rund um die Energiewende auf. So warnte sie vor der Panikmache vor steigenden Preisen,  die den alternativen Energien in die Schuhe geschoben werden. "Kraftwerke sind schon immer von der Politik gefördert worden. Das gilt für Kohle oder Atom – und jetzt für Windkraft oder Solar.”

Weiter Gegenwind für SMA

Aus ihrer Symphatie für Windkraftanlagen machte sie kein Geheimnis.  Die vielen Gegner von Windparks werden es nicht gern lesen, aber Claudia Kempfert, liebevoll "Energiewendepäpstin”  genannt, "liebt die Windmühlen”.Pierre Pascal Urbon, Vorstandsvorsitzender des weltweit größten Wechselrichterherstellers, scheute auch beim Sommerfest der Interessengemeinschaft Edertal klare Worte nicht.  "SMA kämpft weiter mit starkem Gegenwind. Der Umsatz in Deutschland ist 2014 noch einmal deutlich eingebrochen.” In symbolträchtiger Umgebung – am Fuße der Sperrmauer neben der Wasserkraftanlage – drückte er sich auch vor der Aussage nicht, dass sich bei den aktuellen politischen Rahmenbedingungen  der Bau von großen Solarparks nicht mehr rechnet. Ganz anders sei das bei Anlagen für Privatnutzer.  "Unseren Sunnyboy mit Batterie kann ich Ihnen wärmstens empfehlen.”

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