Kassel in den 50ern: Neuer Bildband mit Eberth-Fotos erschienen

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Die fünfjährige Rosemarie Eberth (li.) kommt 1956 an der Hand einer Wählerin aus einem Wahllokal im Vorderen Westen und wird von ihrem Vater, Kassel-Fotograf Carl Eberth, geknipst.
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Als Zeitzeugin erinnert sich Rosemarie Eberth an das Leben im Kassel der Nachkriegszeit.
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Stellten im Stadtarchiv den Bildband „Kassel im Aufbruch – Die 50er Jahre“ vor: (v.li.) Stephan Schwenke (Leiter des Stadtarchivs), Kulturdezernentin Susanne Völker, Zeitzeugin Rosemarie Eberth (Tochter Carl Eberths), Autor Stephan Franke und Lektorin Dörte Rienäcker (Wartberg Verlag).
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Noch heute unverkennbar im Stadtbild Kassels: Der Altmarkt, der auf dieser Fotografie aus dem Jahr 1960 noch deutliche Baulücken in Richtung Wildemannsgasse hat. Der Zisselbrunnen ist hingegen schon zu sehen.
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Schlittschuhläufer fahren vor der Kulisse des beschädigten Schloss Wilhelmshöhe auf dem zugefrorenen Lac.
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Eine große Attraktion im Jahr 1955: Die Ausstellungskleinbahn bringt zahlreiche Besucher zur Bundesgartenschau.
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m 10. März 1958 kommt der Hamburger Schauspieler Hans Albers zur Aufführung des Spielfilms „Das gab‘s nur einmal“ und verursacht mit seiner Kollegin Helga Martin einen Volksauflauf am Friedrichsplatz.
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Eine Gruppe junger Frauen setzt sich bei Arnold Bodes zweiter documenta im Jahr 1959 mit zeitgenössischer Kunst auseinander.

100 Fotografien dokumentieren ein lückenhaftes Stadtbild. Der neue Bildband „Kassel im Aufbruch – Die 50er Jahre“ zeigt die Stadt zwischen Wiederaufbau und neuem Konsumbewusstsein. Ein damals kleines Mädchen erinnert sich noch daran.

Kassel. Als am 28. Oktober 1956 in Hessen die Wahlen zu den kommunalen Parlamenten stattfinden, entsteht in Kassel ein besonderes Foto. Zu sehen ist darauf ein junges Mädchen, das an der Hand einer Wählerin die Treppenstufen eines Wahllokals im Vorderen Westen hinabsteigt. Was Rosemarie Eberth, Tochter des bekannten Fotografen Carl Eberth (1910 bis 1991), damals dachte, weiß sie heute nicht mehr. An den Moment der Aufnahme, die sie als fünfjährige Begleiterin zeigt, erinnere sie sich aber noch.

„Mein Vater hat so viel in Kassel fotografiert weil er das einfach interessant fand, seine Bilder waren nicht ausschließlich Auftragsarbeiten“, erzählt Rosemarie Eberth kürzlich bei der Vorstellung des neuen Bildbands „Kassel im Aufbruch – Die 50er Jahre“.

Für die im Wartberg Verlag erschienene Publikation hat Autor Stephan Franke nach seinem Vorgängerwerk „Leben im Alten Kassel“ erneut 100 eindrucksvolle Fotografien aus dem umfangreichen Bildarchiv Carl Eberths zusammengestellt. Dieses Mal zeigen die Fotografien Kassel in der Nachkriegszeit, als die Trümmer mit moderner Architektur beglichen werden und ein neues Konsumbewusstsein die Kriegsnot ablöst. Dabei schweift der Blick durch das zwischen 1950 und 1960 neu entstandene Stadtbild.

 „Das neue Buch von Stephan Franke macht den Wandel Kassels zur modernen Großstadt sichtbar“, betont Kulturdezernentin Susanne Völker im Stadtarchiv. Sind in der Neuerscheinung nicht nur markante Gebäudelücken, die der Krieg hinterlassen hat, zu entdecken, dokumentiert sie gleichzeitig den Weg zur autogerechten Stadt.

Leben im Kassel der 50er

Klischeehaft mit den 50er Jahren assoziierte Nierentische oder Petticoats stehen aber nicht im Fokus des neuen Bildbands über die Zeit des Wiederaufbaus. „Man sieht plötzlich was in den Straßen fehlt, die man kannte und erhält einen Eindruck der Wohlstandsmehrung, die Ende der 50er eintritt“, sagt der Autor und langjährige Mitarbeiter des Kasseler Stadtarchivs Stephan Franke.

Weitere Bilder zeigen Theateraufführungen, das Treiben in den neuen Kaufhäusern oder Schlittschuhläufer, die vor dem beschädigten Schloss Wilhelmshöhe auf dem zugefrorenen Lac fahren. Neben den vielen Bautätigkeiten erhält der Betrachter des Bildbands somit auch Eindrücke vom Freizeitvergnügen, der Arbeit, dem Kulturellen und dem Leben der Kasseler an sich. Platz findet sich natürlich auch für die im Jahr 1955 stattfindende, bedeutende Bundesgartenschau mit ihrer damaligen Begleitveranstaltung: der ersten documenta.

Reicht der Fotobestand Eberths, den das Stadtarchiv Kassel 2006 angekauft hat, noch bis in die 1990er Jahre hinein, bietet er noch genügend Material für weitere Publikationen.

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