Kassel: Falsche Polizeibeamte riefen mit "110" an: Alle vier Angerufenen durchschauten Betrüger

Um den Betrügern das Handwerk in Zukunft auch weiterhin so schwer wie möglich zu machen, bittet die Kasseler Polizei insbesondere die Angehörigen potentieller Opfer, mit diesen über solche Maschen zu sprechen und sie darüber aufzuklären.

Kassel. Die echte Polizei ruft NICHT mit der Nummer "110" im Display an. Sie fragt auch nicht am Telefon nach Wertsachen im Haus, weil angeblich gerade Einbrecher oder Räuber in der Nähe festgenommen worden sind. Diese Tatsachen, auf die die nordhessische Polizei in der Vergangenheit bereits in einer Vielzahl präventiver Veröffentlichungen hingewiesen hat, waren glücklicherweise offenbar bis zu allen Angerufenen am gestrigen Sonntagabend in Kassel durchgedrungen. In allen vier Fällen kannten die Senioren die Betrugsmasche bereits aus der "Presse", beendeten das Telefonat sofort und riefen unter dem Notruf "110" die echte Polizei an.

Um den Betrügern das Handwerk in Zukunft auch weiterhin so schwer wie möglich zu machen, bittet die Kasseler Polizei insbesondere die Angehörigen potentieller Opfer, mit diesen über solche Maschen zu sprechen und sie darüber aufzuklären.

Call ID Spoofing lässt "110" im Display erscheinen

Ein technischer Trick, das sogenannte Call ID Spoofing, macht es den Betrügern dabei möglich, eine beliebige Nummer im Display des Telefons der Angerufenen erscheinen zu lassen. Um den Anschein eines Polizisten zu verstärken, wählen die Täter daher bei dieser Masche häufig eine Telefonnummer, die die "110" beinhaltet, für ihre zumeist betagten Opfern aus. Ruft die echte Polizei jedoch tatsächlich an, wird KEINE Rufnummer übermittelt. Beendet man das Telefonat und wählt nur die Zahlen 110, kommt man hingegen IMMER beim Notruf der echten Polizei raus. Vier Mal taten dies die Kasseler Senioren am gestrigen Sonntagabend zwischen 19.50 Uhr und 20.40 Uhr, handelten damit genau richtig und sprachen mit echten Beamten der Leitstelle des Polizeipräsidiums Nordhessen. Alle Vier berichteten von der gleichen Masche. Ein angeblicher Polizist, der sich mit unterschiedlichen Namen vorstellte, sprach von Festnahmen in der Nähe und fragte mit vorgegebener Sorge nach Geld- oder Wertgegenständen der Angerufenen. Da alle bei der Polizei bekannten Fälle von gestern Abend scheiterten, ist nicht unwahrscheinlich, dass die Betrüger auch in den nächsten Tagen ihr Glück mit dieser Masche versuchen werden.

Bei verdächtigen Anrufen vermeintlicher Polizisten sollte man von daher immer das Gespräch beenden und die "echte" Polizei unter der Notrufnummer 110 anrufen. Auf keinen Fall sollte man Fremde in die eigene Wohnung lassen, insbesondere dann nicht, wenn sie sich angeblich um die Wertsachen der Aufgesuchten sorgen.

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