Kassel: Feuerwehr- und Rettungsdienst-Einsätze nahmen zum Jahreswechsel schlagartig zu

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Um 00:06 Uhr wurde Feuerschein auf dem Balkon von einem Mehrfamilienhaus im Mittelring gemeldet. Der Sachschaden beläuft sich in diesem Fall auf etwa 10.000 Euro.

Aufgrund des hohen Einsatzaufkommens musste um kurz nach Mitternacht Vollalarm für die Freiwillige Feuerwehr Kassel ausgelöst werden.

Kassel. Der Jahreswechsel war für die Feuerwehr und den Rettungsdienst auch in diesem Jahr mit einem erhöhten Einsatzaufkommen verbunden. Bei zahlreichen Gebäudebränden entstanden zum Teil größere Sachschäden.

Personenschäden waren glücklicherweise nicht zu verzeichnen. Während der Tag sowie der frühe Abend noch ruhig verliefen, nahm das Einsatzaufkommen zum Jahreswechsel schlagartig zu. Im Zeitraum von 23:00 Uhr bis 00:30 Uhr musste die Feuerwehr Kassel nahezu zeitgleich fünf Gebäudebrände, zum Teil mit Menschenleben in Gefahr, abarbeiten. In den frühen Morgenstunden kamen zwei weitere Gebäudebrände sowie dutzende Kleineinsätze hinzu. Gegen 23:09 Uhr gingen gleich mehrere Notrufe bei der Feuerwehr ein, die den Brand einer Halle im Bereich Westring/Wolfhager Str. meldeten.

Ein Feuerschein war von den Einsatzkräften bereits auf der Anfahrt zu sehen. Letztendlich brannten mehrere Rollen von KunststoffBaumaterialien auf einer Außenlagerfläche von ca. 30m². Durch den Einsatz von mehreren Strahlrohren sowie der Drehleiter wurde der Brand unter Kontrolle gebracht sowie eine Ausbreitung verhindert. Im Rahmen der Nachlöscharbeiten mussten die vier Meter langen Kunststoffrollen mit einem Teleskoplader der Feuerwehr angehoben und final abgelöscht werden.

Bei dem Brand entstand ein geschätzter Sachschaden in Höhe von ca. 5.000,- €. Um 23:39 Uhr brannte es im Erdgeschoss von einem Mehrfamilienhaus in der Eisenschmiede. Beim Eintreffen der Feuerwehr waren Feuerschein sowie eine starke Rauchentwicklung bereits von außen sichtbar. Zur Brandbekämpfung kam hier mehrere Trupps unter Atemschutz im Innen- und Außenangriff zum Einsatz. Der Sachschaden wird mit ca. 40.000,- € beziffert. Um 00:06 Uhr wurde Feuerschein auf dem Balkon von einem Mehrfamilienhaus im Mittelring gemeldet. Durch den Einsatz der Drehleiter sowie einen Trupp unter Atemschutz im Innenangriff konnte der Brand schnell unter Kontrolle gebracht werden. Der Sachschaden beläuft sich in diesem Fall auf etwa 10.000,- €.

Gegen 00:15 Uhr gingen gleich mehrere Notrufe ein, die einen Kellerbrand in der Hafenstraße meldeten. Letztendliche brannte nur Unrat in einem Lichtschacht. Allerding war das Gebäude zum Teil verraucht und musste seitens der Feuerwehr kontrolliert und belüftet werden. Um 00:22 Uhr wurde ein Dachstuhlbrand im Bereich der Querallee gemeldet. Beim Eintreffen der Feuerwehr brannte Dämmmaterial am Dachfirst. Durch den Einsatz einer Drehleiter sowie einen parallelen Innenangriff mit einem Trupp unter Atemschutz konnte der Brand schnell abgelöscht werden. Größere Sachschäden wurden dadurch abgewendet. Um kurz nach 2 Uhr brannte es im Außenbereich von einem leerstehenden Wohngebäude im Wahlebachweg. Betroffen war der mit Holz verkleidete Anbau über dem Hauseingang. Parallel zu Brandbekämpfung mit einem Strahlrohr wurde das Gebäude von mehreren Trupps unter Atemschutz kontrolliert. Letztendlich konnte der Sachschaden auf etwa 5.000,- € begrenzt werden. Um 03:33 Uhr melden sich gleich mehrere Bewohner aus einem Mehrfamilienhaus in der Unteren Königsstraße über den Notruf der Feuerwehr und berichteten, dass es im Treppenraum brennt. Durch die starke Rauchentwicklung konnten sich die Bewohner zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr selbstständig in Sicherheit bringen. Die Erkundung der Feuerwehr ergab, dass ein Kinderwagen sowie Unrat im Treppenraum vom ersten Obergeschoss brannten. Durch die schnell eingeleitete Brandbekämpfung sowie die parallel laufende Belüftung des Gebäudes konnten die Hausbewohner in Ihren Wohnungen verbleiben. Der Sachschaden wird hier mit etwa 15.000,- € angegeben.

Aufgrund des hohen Einsatzaufkommens musste um kurz nach Mitternacht Vollalarm für die Freiwillige Feuerwehr Kassel ausgelöst werden. Daraufhin wurde die Berufsfeuerwehr durch insgesamt 65 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr unterstützt. Leider mussten neben den Bränden auch viele medizinische Notfälle vom Rettungsdienst bearbeitet werden. Neben Unfällen durch offensichtlich nicht fachgerechten Umgang mit Feuerwerkskörpern standen viele Einsätze im Zusammenhang mit einem erhöhten Alkoholkonsum.

Zusätzlich zum Einsatzgeschehen in der Stadt Kassel mussten in der Leitstelle über den Jahreswechsel auch zehn Feuerwehreinsätze im Landkreis Kassel bearbeitet werden. Es hat sich damit auch in diesem Jahr mal wieder gezeigt, wie wichtig es ist, dass haupt- und ehrenamtliche Kräfte bereitstehen, damit die Menschen in Kassel sicher ins neue Jahr starten können.

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