Kassel: Kleingärtner schlagen Alarm!

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Kassel. Deutschlands Gartenfreunde tagen an der Fulda - Zukunftsprobleme wesentliches Thema.

Kassel. Die deutschen Kleingärtenvereine schlagen Alarm: In Berlin warten 12.000 Gartenfreunde auf eine freie Parzelle in einem der Gärten der Hauptstadt. Dem gegenüber stehen massive Leerstände besonders im Osten der Republik. Was ist los in deutschen Kleingärten?Unter der Woche tagte zu diesen und weiteren Problemen der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. in Kassel. Erschreckendes Fazit: Der demographische Wandel (immer mehr alte Menschen) trifft die Gartenvereine mit voller Kraft.

Doch während das Mangelangebot Berlins und der Leerstand im Osten echte Probleme sind, sieht es in Nordhessen besser aus: "Wir haben so gut wie keinen Leerstand", erklärt Reinhold Six aus Kassel, Stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes Hessen, "aber glücklicherweise auch keine Wartelisten." In Nordhessen lebe man "von der Hand in den Mund".

Heißt: Auf einen scheidenden Pächter folgt in der Regel direkt ein neuer.

Kleingärten: Spießig und öde?

Noch bis zur Jahrtausendwende galt der Einzug in einen Kleingarten als unmodern, langweilig und vor allem extrem spießig. Vereinsmeierei und Starrsinn waren Begriffe, die mit Kleingärtnern in Verbindung gebracht wurden: Der zänkische Nachbar, der mit der Nagelschere den Rasen trimmt war nur eins  der Voruteile in den Köpfen junger Menschen. Die Zahlen waren im Keller – auch in Kassel.

Doch mittlerweile ist die Nachfrage in den 44 Kleingärtenvereinen in Kassel und Umkreis – insgesamt gibt es 5.600 Gärten –  wieder stabil. Gerade junge Familien drängen mitlerweile in die gemütlichen Gärten. Zwar gibt Six zu, "dass noch immer mehr ältere Menschen Vereinsmitglieder sind", doch Jüngere kommen nach.  Auf den Anlagen gibt es Spielplätze, sanitäre Anlagen und – besonders für Kinder – eine gewisse Sicherheit. Weiterer Anreiz: Gemüse und Obst können angebaut und geerntet werden, die Arbeit im Garten lenkt vom Alltagsstress ab, bietet Bewegung und sinnvolle Betätigung.

Migranten nutzen Gärten

Six betont, dass ohne Migranten wesentlich weniger los wäre in den Vereinen: "Für Kassel gilt, dass bis zu 70 Prozent Menschen mit Migrationshintergrund in den Gärten aktiv sind." Probleme soll es deshalb kaum geben: "Gerade mit den Jüngeren läuft alles gut", so Hessens Vize-Vorsitzender.

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