Kassel lehnt "Katwarn" ab – Empfehlung des Bundes

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dpa

In der Region Nord- und Osthessen haben sich zahlreiche Kreise für die Warnapp "Katwarn" entschieden. Die Stadt Kassel lehnt das System aber ab - weil es keine Schnittstelle zum Warnsystem des Bundes bietet.

Kassel. Brände, schwere Unwetter oder unerwartete Gefahrensituationen: Wenn offizielle Warnungen und Handlungsempfehlungen von autorisierte Behörden und Sicherheitsorganisationen die Menschen erreichen sollen, geht der  Weg (auch) übers Handy. Mit einer App fürs Smartphone lassen sich diese Warnhinweise empfangen und auf Regionen individualisieren. Hessens Polizei setzt dabei auf „Katwarn“ – ebenso die Landkreise Werra-Meißner, Schwalm-Eder, Fulda, Hersfeld-Rotenburg, Waldeck-Frankenberg sowie der Landkreis Kassel, der sich jüngst dem Verbund anschloss (der EXTRA TIP berichtete). Die Stadt Kassel hingegen ist ein weißer Fleck auf der nordhessischen „Katwarn“-Karte. Warum eigentlich?

Auf EXTRA TIP-Anfrage schildert Stadt-Sprecher Claas Michaelis die Position der Feuerwehr, die auf Althergebrachtes setzt: „Sirenen sind das effektivste Mittel, um den erforderlichen Weckeffekt zu erzielen. Die Stadt Kassel verfügt über ein Netz von 23 stationären Sirenen. Als Signalton zur Warnung der Bevölkerung wird ein einminütiger, auf- und abschwellender Heulton verwendet.“

Warn-Apps können in der Einschätzung der Kasseler Experten immer nur ein ergänzendes Warnmittel sein, da sie vom Verhalten der Nutzer abhängig sind: Warn-App aufs Handy geladen? Warnbereich korrekt ausgewählt? Warnton aktiviert? Handy dabei? Handy eingeschaltet? Dennoch möchte man neben den Informationskanälen bei Twitter und Facebook sowie der Internetseite der Stadt auch zusätzliche Meldungen auf Apps versenden – allerdings nicht die der „Nachbarn“: Demnächst kann die Leitstelle der Feuerwehr auch für den Bereich der Stadt Kassel Gefahrenmeldungen an zwei Warn-Apps (Nina und Biwapp) senden. „Das Land Hessen stattet alle Zentralen Leitstellen in Hessen derzeit mit einem Zugang zu dem Modularen Warnsystem des Bundes (MoWaS) aus. Über dieses können die Leitstellen amtlichen Gefahrenmeldungen an die Radio- und Fernsehsender sowie an die Warn-Apps ,Nina’ und ,Biwapp’ senden.“, berichtet Stadtsprecher Claas Michaelis. Dies entspräche auch der Position der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren (AGBF-Bund), dass es zur Warnung der Bevölkerung eines durchgängigen Warnsystems vom Bund über die Länder bis zu den Kreisen/kreisfreien Städten bedarf. Diese Anforderung wird durch das MoWaS-System erfüllt.

Das Ärgernis: Eine Aktivierung von „Katwarn“ über „MoWaS“ ist noch nicht möglich, da sich der Bund und der Katwarn-Betreiber noch nicht auf eine Schnittstelle zwischen beiden Systemen geeinigt haben.

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