Kassel: Polizei rettet Entenküken aus lebensbedrohlicher Situation

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Nach dem Einsatz setzten die Beamten die Entenfamilie in der Karlsaue aus.

Zu einem nicht alltäglichen Polizeieinsatz kam es gestern in der Sandershäuser Straße

Kassel. Am gestrigen Montagmorgen waren Beamte des Polizeireviers Ost in einem nicht alltäglichen Fall in der Sandershäuser Straße in Kassel eingesetzt. Mitarbeiter einer dort ansässigen Firma hatten sich gegen 9 Uhr an die Polizei gewandt und eine Entenfamilie in hilfloser Situation gemeldet.

Gut für die Enten, dass Polizeiobermeister Bela Benjamin Musch und Polizeioberkommissar Dennis Schultz des Polizeireviers Kassel-Ost mit dem Funkwagen an den Einsatzort unterwegs waren. Schutzmann Musch war in seiner Kindheit häufig bei ungarischen Familienangehörigen zu Gast und stets für die Enten des Nachbarn zuständig, die regelmäßig ausbüxten und im Garten der Großeltern eingefangen werden mussten. Der versierte Beamte und sein Streifenpartner erreichten bewaffnet mit einer Transportbox das gemeldete Firmengelände und starteten sofort mit der erlernten Arbeit. Das Einfangen der Entenmutter und vier ihrer Küken gelang recht schnell und reibungslos, auch wenn die Mutter später nochmal kurz ihre Küken verließ und erst ein alter Trick die Familie vereinte.

Nur vier Küken machten skeptisch

Zunächst war der erfahrene Beamte des Reviers Ost skeptisch, als nur vier offenbar frisch geborene Küken und die Mutter gefangen waren. Schlüpfen doch üblicherweise mehr Küken. Also machte man sich gemeinsam mit Mitarbeitern der Firma auf die Suche nach weiterem Nachwuchs. Nach rund 15 Minuten an einem Fallrohr angekommen war leises schnattern wahrnehmbar. Die anschließende Rettung gestaltete sich deutlich aufwendiger als die bisherige Arbeit. Zunächst demontierten die Beamten ein Stück des Fallrohres und schauten mit ihren Taschenlampen in den Abgrund.

Alle Versuche, eine Aufstiegshilfe zu basteln, scheiterten. Also half nur Uniformärmel hochkrempeln, auf den Boden legen und in ca. 80 cm Tiefe mit den Händen fühlen. Nachdem das erste Küken zu fassen war und gerettet wurde, verstummte das Schnattern aus dem Untergrund nicht. Noch zwei weitere Tast-Such-Eingriffe waren nötig, um alle offenbar vom Dach durch das Fallrohr hinuntergefallene Küken zu retten. Wie die Mitarbeiter der Firma berichteten, hatten sie die Entenmutter in den letzten Tagen immer wieder auf dem Dach des Firmengebäudes beobachtet. Offenbar hatte sich das Muttertier einen gefährlichen Ort zur Eiablage ausgesucht.

Familie hinter Gittern

Mit der Rettung der Küken war der Einsatz allerdings noch nicht beendet. Als alle sieben Küken schließlich zusammen waren, flog die Entenmutter zunächst noch einmal davon und beobachtete die Retter aus sicherer Entfernen. Um dieser habhaft zu werden ordnete der erfahrene Kollege Musch an, sich ohne die Küken zurückzuziehen. Als die Mutter schließlich freie Bahn wähnte und zu ihrem Nachwuchs flog, schnappten die Beamten zu und sperrten alle acht hinter Gitter in die Transportbox. Mit dem Streifenwagen ging es natürlich nicht zur Dienststelle, sondern in die landschaftlich besonders reizvolle Karlsaue mit viel Grün und Wasser. Damit endete für die Funkstreife ein tierischer Einsatz der anderen Art, welcher eine nette Abwechslung zwischen Diebstahl, Raub und Verkehrsunfällen ist.

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