Briefwechsel: Kassel wird immer schöner

Sehr geehrter Bundestagsabgeordneter Timon Gremmels, manchmal macht es sich doch bemerkbar, wenn eine Region, eine Stadt einen aktiven Abgeordneten in Berlin sitzen hat. In diesen Tagen können Sie stolz darauf hinweisen, dass für die Neugestaltung des Brüder-Grimm-Platzes 6,5 Millionen Euro an die Fulda fließen werden. Damit dürften geschätzt acht Millionen Euro in die Umgestaltung des Platzes da sein, der bisher ein stiefmütterliches Dasein fristet und eigentlich nur dem Straßenverkehr dient.

 Das wird natürlich ganz anders, wenn diese Umgestaltung wirklich gelingt. Stadtbaurat Christof Nolda hatte bereits vor Jahren damit angefangen, die barocken Stadtplätze Königsplatz (rund), Friedrichsplatz (rechteckig) und Brüder-Grimm-Platz (achteckig) umzuplanen und wieder zu absoluten Hinguckern zu gestalten. Das alles wird viele Jahre dauern. Beim Königsplatz hat man die Chance leichtfertig vertan, den Platz rund um den Obelisken zu einem absoluten Treffpunkt zu gestalten. Bäume und Wasserspritzpistolen allein reichen nicht. Ich bin gespannt, was da passieren wird. An die Chance des Friedrichsplatzes können sich nur die Altvorderen erinnern. Zu Hans Eichels Zeit als Oberbürgermeister bestand die Möglichkeit, den Steinweg unterirdisch zu verlegen und wieder einen einheitlichen Platz zu gestalten. Schluss, aus und vorbei. Jetzt kann man nur noch Flickschusterei betreiben. Ich lasse mich mal überraschen.

 Jetzt geht es an den Brüder-Grimm-Platz. Geld genug ist da, um dem Platz sein passendes Gesicht zu geben, um die achteckige Form deutlich herauszuarbeiten. Aus dem abschüssigen Platz über den die Autos rollen, soll eine gerade Fläche werden, von Mauern abgetrennt. In der Summe inbegriffen ist auch der Abriss und barrierefreier Wiederaufbau der Mischung aus Treppe und Brücke, die die Neue Galerie mit dem Weinberg verbindet. Dann sind die Zeiten endgültig vorbei, in denen FahrradfahrerInnen ihr schweres E-Bike über die Brücke tragen. Und ja, natürlich wird die Strecke dann auch für Mütter mit Kinderwagen und für Behinderte im Rollstuhl akttraktiver werden.

Dann kann endlich ein richtiger Kulturrundgang in der Innenstadt starten. Rathaus, Friedrichsplatz mit Friedericianum, documenta-Halle, Schöne Aussicht, Neue Galerie, GrimmWelt, Murhardsche Galerie, Landesmuseum, Brüder Grimm im Torhaus und das neue Tapetenmuseum werden bei Besuchern der Stadt als geballtes kulturelles Erbe für Sprachlosigkeit und Entzücken sorgen. Und für jeden ist etwas dabei. Ich bin gespannt, wann der Startschuss fällt.

Mit kulturellen Grüßen

Rainer Hahne

Chefredakteur

 P.s. Sehr geehrter Herr Nolda, bei den ganzen Chaos in der Stadtpolitik hoffe ich nur, dass Sie dann noch im Amt sind. Die Art und Weise wie Sie die GrimmWelt und das Stadtmuseum umgesetzt haben, hat gezeigt, dass Sie das können.

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