Kassel zahlt keinen Cent für Flüchtlingsunterkunft

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Sichtlich genervt: Bürgermeisterin Ilona Friedrich und Oberbürgermeister Christian Geselle. 

Interview mit Bürgermeisterin Ilona Friedrich und Oberbürgermeister Christian Geselle zum Thema Flüchtlingsunterkunft im Akazienweg.

Riesenärger rund um eine Flüchtlingsunterkunft im Akazienweg. AfD und Stadt haben sich gegenseitig angezeigt. lokalo24.de hat mit Oberbürgermeister Christian Geselle und Bürgermeisterin Ilona Frie-drich gesprochen.

lokalo24.de: Die AfD hat Ihnen den Vorwurf gemacht, Sie hätten acht Millionen Euro für eine Flüchtlingsunterkunft veruntreut, die nicht gebraucht wird.

Geselle: Acht Millionen Euro ist Blödsinn. Die Unterkunft kostet uns in den nächsten Jahren sechs Millionen Euro. Der Vertrag, der durch sechs Ämter und vom Magistrat überprüft worden ist, wurde auf dem Höhepunkt der Flüchtlingsankünfte geschlossen. Die Preise waren Ende 2015 in die Höhe geschnellt. Da wir auf keinen Fall Schulen nutzen wollten, gab es keine andere Möglichkeit.

lokalo24.de: Wieviel Flüchtlinge sollten denn hier unterkommen?

Friedrich: In den dreißig Wohnungen sollten maximal 278 Flüchtlinge untergebracht werden. Die geplante Mindestbelegung lag bei 185.

lokalo24.de: Welche Leistungen sollte der Vermieter für die sechs Millionen Euro bringen?

Friedrich: Es ging um die Rundumversorgung der Flüchtlinge. Es fing damit an, dass auf jeder Etage eine Großküche mit 24 Kochplatten eingerichtet worden ist, ein Gemeinschaftsraum, ein Spielzimmer für die Kinder. Alle Wohnungen waren komplett ausgestattet. Heizkjosten inclusive. Alle Flüchtlinge sollten eine Erstausstattung bekommen – Bettwäsche, Handtücher usw. Wachdienst und Hausmeister sind im Preis eingeschlossen. Neben dem Haus sollte ein Kinderspielplatz entstehen.

lokalo24.de: Und dann kamen keine Flüchtlinge mehr und das Geld wurde umsonst ausgegeben.

Geselle: Das konnte Ende 2015 keiner ahnen. Ganz im Gegenteil. Für 2016 gab es Prognosen, die deutlich über den Ankünften 2015 lagen. Nur deshalb haben wir diesen Neubau angemietet. Und der Preis war angemessen, denn wenn da jahrelang 280 Flüchtlinge gewohnt hätten, wäre der Wohnblock völlig verwohnt gewesen und hätte rundum saniert werden müssen. Andere Städte haben Immobilien gekauft und haben jetzt ganz andre Probleme.

lokalo24.de: Was hat die Stadt denn letztendlich für dieses Haus ausgegeben.

Geselle: Gar nichts. Die Kosten für die Flüchtlinge sind von Bund und Land übernommen worden. Das waren für diesen Wohnblock sechs Millionen Euro und keine acht Millionen wie uns vorgeworfen wird. Jetzt werden die Wohnungen ganz normal vermietet, viel Leistungen werden nicht abgerufen. Das hat den Preis auf sechs Millionen Euro gesenkt, die von Bund und Land übernommen werden. Uns wurde bestätigt, dass wir sparsam gewirtschaftet haben. Uns vorzuwerfen, wir hätten Gelder veruntreut, ist eine absolute Frechheit.

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