Kasseler Campingplatz bleibt weiterhin von Ex-Betreiberfamilie besetzt

+
Auch 2019 nur als Interimslösung? Weil die ehemalige Betreiberfamilie das von der Stadt ersteigerte Restgrundstück samt Funktionsgebäude (rechts) nicht räumen möchte, kann der Kasseler Campingplatz an der Fulda nicht weiter gebaut werden.

Im Sommer hatte die Stadt Kassel schon die Räumung des von ihr ersteigerten Campingplatz-Grundstücks eingeleitet – doch im letzten Moment legten die Ex-Betreiber einen Mietvertrag vor. Die Monate ziehen ins Land und die Fertigstellung des Platzes wird wohl auch im Frühjahr nichts.

Kassel.  Längst sollte die ehemalige Betreiberfamilie des Campingplatzes – Sohn und Mutter – das von der Stadt Kassel ersteigerte Grundstück verlassen haben. Doch die Lage ist weiterhin unverändert, nachdem vor der als letztes Mittel anvisierten Zwangsräumung im August dieses Jahr ein Mietvertrag zwischen dem Mutter als Eigentümer und dem Sohn als Mieter hervorgezaubert worden war.

„Es hat zwischenzeitlich weitere, erfolglose Versuche der Kontaktaufnahme gegeben“, teilt Stadt-Pressesprecher Claas Michaelis auf EXTRA  TIP-Anfrage mit. Für die Stadt eine unschöne Hängepartie, denn längst sollte auf dem zwangsversteigerten Restgrundstück der Campingplatzfläche eine Bestandsaufnahme der Gebäudesubstanz des brandgeschädigten ehemaligen Funktionsgebäudes stattgefunden haben. Auf Basis dieser Ergebnisse sollen dann die Pläne für Sanierung bzw. Neubau erstellt werden. Erst nach der kompletten Fertigstellung des weiterhin mit Containern provisorisch betriebenen Campingplatzes, soll dieser an einen neuen Pächter übergeben werden. Bis dahin ist Kassel Marketing in Zusammenarbeit mit der Baunataler Diakonie federführend für Verwaltung und Betrieb des Platzes. Es ist eher unwahrscheinlich, dass zum Start der Camping-Saison im Frühjahr 2019 der Platz fertiggestellt sein wird.

„Unsere Juristen arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung“, teilt Stadt-Sprecher Claas Michaelis dazu mit.

Unendliche Geschichte

In den 80er Jahren hatte die Stadt Kassel das Grundstück an der Fulda an die Familie Weimann, Betreiberin des Campingplatzes, verkauft. Nach einem Brand im Funktionsgebäude des Platzes im März 2013 hatte der Campingplatz dauerhaft geschlossen. Die Stadt Kassel hatte nach zahlreichen gescheiterten Versuchen die Flächen zurückzukaufen daraufhin die Parzellen des Landes Hessen und des Bundes gepachtet und an die Kassel Marketing GmbH weiterverpachtet. 2017 eröffnete der Campingplatz als Interimslösung mit 61 Parzellen für motorisierte Camper und Platz für bis zu 25 Zelte. Die sanitären Einrichtungen befinden sich derzeit noch in Containern. Diese sollen – ebenso wie Empfang und Büro – später in einem neuen Funktionsgebäude Platz finden. Dieses soll – möglicherweise auf dem Fundament des brandgeschädigten Baus – nach Räumung des Grundstücks geplant und errichtet werden. Für diesen Zweck hat die Stadt Kassel das Rest-Grundstück bei einer Zwangsversteigerung im November 2017 erworben. Im August wurde ein Mietvertrag zwischen Mutter und Sohn vorgelegt, der eine Laufzeit von zehn Jahren habe und im Jahr 2014 geschlossen wurde. Für 350 Euro inklusiver aller Nebenkosten hat der Sohn das 3.000 Quadratmeter große Grundstück und das etwa 400 Quadratmeter große, ehemalige Funktionsgebäude des Campingplatzes gemietet.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Für das Klima auf der Straße: Tausende demonstrieren bei "Fridays For Future" in Kassel

Heute wird Weltweit für das Klima gestreikt. Auch in Kassel. Um 12 Uhr setzte sich ein Demonstrationszug vom Hauptbahnhof in Richtung Königsplatz in Bewegung.
Für das Klima auf der Straße: Tausende demonstrieren bei "Fridays For Future" in Kassel

Auf der Straße schlafender Mann musste neue Bleibe finden: 31-Jähriger war mit Haftbefehl gesucht

Hilfsbereit zeigte sich ein Autofahrer in der Mombachstraße in Kassel, der gegen 23.30 Uhr im Vorbeifahren auf einen auf der Straße liegenden und schlafenden Mann …
Auf der Straße schlafender Mann musste neue Bleibe finden: 31-Jähriger war mit Haftbefehl gesucht

Briefwechsel: "Das Internet verkommt zur Jauchegrube"

Sehr geehrte Frau Renate Künast, als Grünen-Politikerin haben Sie sich schnell einen Namen mit Ihren Vorschlägen gemacht und mit ihren hartnäckigen Versuchen, sie …
Briefwechsel: "Das Internet verkommt zur Jauchegrube"

GNH-Aufsichtsratsvorsitzender Christian Geselle: "Wollen keine großen Gewinne scheffeln, aber auch Kliniken müssen wirtschaftlich geführt werden k ...

Die Gesundheit Nordhessen (GNH) steht vor einer strategischen Neuausrichtung. Damit sollen die medizinische Versorgung in der Region auf hohem Niveau erhalten und die …
GNH-Aufsichtsratsvorsitzender Christian Geselle: "Wollen keine großen Gewinne scheffeln, aber auch Kliniken müssen wirtschaftlich geführt werden k ...

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.