Kasseler erfüllt sich Traum vom eigenen Hotel in Uruguay

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Ex-Studi aus Kassel hat am "Punta del Diablo" ein eigenes Hostel eröffnet. Aus einer "Schnapsidee" wurde ein erfolgreiches, kleines Hostel.

Kassel/Punta del Diablo. Es ist die "Spitze des Teufels" – und doch fühlt man sich eher wie im Himmel: Der ehemalige Kasseler Kunst-Student Federico Klotz (34) hat sich seinen Traum erfüllt und in Uruguay ein kleines Hostel eröffnet.

Strand, Wellen und strahlenden Sonnenschein gibt es am "Punta del Diablo" frei Haus, für die Gemütlichkeit sorgen mittlerweile acht Mitarbeiter. "Ich hatte die Idee bereits 2009", erklärt der begeisterte Surfer: Nach einigen Gläsern Wein überlegten er, sein Vater und ein Bekannter, ein Hostel zu eröffnen. Doch zunächst tat sich nichts.

Erst zwei Jahre später ergab sich eine gute Möglichkeit: In der Nähe des Strandes konnte eine Brache gekauft werden, perfekt geeignet für ein Surfer- und Backpacker-Hostel. Klotz und seine Partner erinnerten sich an die Idee – und begannen sie in die Tat umzusetzen: Zu zweit planten und bauten sie, sägten und hämmerten und zogen die Anlage hoch.

Der Ex-Studi, der 2014 sein Examen in Kassel erlangte, richtete alles ein und begrüßte bald darauf die ersten Gäste. "Das war toll, als zum ersten Mal Besucher kamen", erinnert er sich an den 5. Januar 2012.

Dass er kein Fünf-Sterne-Haus bieten kann weiß er. Das sei aber auch nicht geplant. "Hier sind viel mehr Rucksacktouristen und Surfer richtig", sagt er. Hängematte vor dem Haus, eine offene Feuerstelle und die Gitarre an der Wand sprechen eine familiäre Sprache. "Mein Ziel war es, abends mit den Gästen zusammen zu grillen und mit Menschen aus der ganzen Welt ins Gespräch zu kommen", sagt Klotz, der gebürtiger Argentinier ist, aber im Nachbarland Uruguay aufwuchs.

Sein "El Uru-Hostel" ist mittlerweile bekannt, Backpacker geben sich die Klinke in die Hand. In der kurzen Zeit, in der es geöffnet hat, muss auch schon mal ein Zelt im Garten aufgestellt werden, um allen Besuchern einen Schlafplatz zu bieten.

"Hier ist viel improvisiert – aber das macht es sympathisch", sagt der Chef. Ohnehin geht es nicht darum "viele Kröten zu verdienen", das Hostel solle sich nur von selbst tragen.Da während des Kasseler Winters in Uruguay Sommer herrscht (Südhalbkugel der Erde) ist Federico  Klotz noch bis zum hiesigen Frühling dort. Dann – während des Winters am "Punta del Diablo" – schließt das Hostel, Klotz kommt zurück nach Kassel.

Und dann? "Mal sehen", lächelt er. Am wahrscheinlichsten ist, dass er auch die kommenden Winter an der Spitze des Teufels verbringt – und sich dort wie im Himmel fühlt...

Infos zum Hostel

Das Hostel befindet sich unweit des Örtchens "Punta del Diablo" an der Atlantikküste Uruguays. Der Ort gilt als Surfer-Paradies. Bis zu 80 Menschen finden im Hostel Platz – zur Not improvisiert in Zelten. Eine Nacht gibt es bereits ab 20 US-Dollar (inkl. Frühstück), Kasseler Besuchern gewährt der Chef auch einen Sonderpreis. Informationen gibt es auf www.eluruhostel.com oder auf der Facebookseite "eluru.hostel".

Infos zum Ort

"Punta del Diablo" ("Spitze des Teufels") befindet sich etwa vier Autobus-Stunden von Uruguays Hauptstadt Montevideo entfernt.  Der Ort ist bekannt für viele, gute und ausgelassene Parties. Während des südamerikanischen Winters (Sommer in Europa) kann es empfindlich kalt werden und der Ort ist wie ausgestorben (unter 1000 Einwohner). Im Sommer jedoch (zwischen November und Mai) ist der Ort viel frequentiert und äußerst beliebt besonders bei jungen Touristen aus der ganzen Welt.

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