Kasseler Fantasy-Spezialist: Diese Spielkarten sind ein kleines Vermögen wert

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Michael Codina-Koch, Inhaber der Comic-Galerie Codina Koch GmbH in Kassel, kennt Magic von der ersten Stunde an. Er ist nicht nur ein Experte bei Kartenfragen oder Comics, sondern auch bei Tipps zum Schutz von Sammelobjekten. In seinem Geschäft verkauft er die aktuellen Magic-Editionen und Sonderpakete, zudem veranstaltet er Turniere.

In so manch einem ehemaligen Kinderzimmer liegen tausende Euro in Kisten rum. Ein neuer Kleinwagen ist gern einmal drin, zumindest wenn man die richtigen Magic-Karten besitzt. Die Rede ist von einem Spiel, das viele eher belächeln.

Kassel. Magic sagt ihnen nichts? Ihrem Kind vielleicht schon. Etwa 20 Millionen Spieler gibt es weltweit, das Spiel gibt es seit über 25 Jahren. Dabei handelt es sich um ein Sammelkartenspiel oder „Trading Card Game“, kurz TCG, bei dem man die Rolle eines Zauberers einnimmt, um seinen Gegnern die „Lebenspunkte“ abzuluchsen. Jedes Jahr kommen mehrere hundert neue Karten auf den Markt. Die teuerste turnierlegale Karte – Black Lotus – liegt um die 13.000 Euro, je nach Zustand auch mal mehr oder weniger. Fehldrucke und limitierte Sonderkarten kosten auch schon einmal zwischen 20.000 und 45.000 Euro.

Preise „explodieren“ gerade

Andere Karten sind in den vergangenen zwölf Monaten von 250 auf 470 Euro gestiegen – wie Underground Sea (Unterirdischer See) aus der Edition Reviced. Der Preis ist dabei immer vom Zustand der Karte abhängig. Der Blick in die alte Kartenkiste kann sich lohnen. Seit dem Jahresanfang steigt der Wert einiger Karten unaufhörlich. Vor allem beliebte Karten, die auf der so genannten „Reserved Cards“-Liste stehen, also Karten, die definitiv nie wieder vom Hersteller gedruckt werden, eignen sich als Investitionsobjekte. Wer sich clever anstellt, die Preise beobachtet – etwa auf www.cardmarket.com , einem der größten Portale für Einzelkarten – kann, wenn man langfristig investiert, sich ein paar tausend Euro in wenigen Jahren sichern.

Der Zustand zählt

Spekulieren und kurzfristig verdienen kann man vor allem mit Karten, die in diversen Turnierformaten gespielt werden. Vor allem neuere Karten eignen sich dazu, oder ältere, die in Kombination mit einer neueren plötzlich sehr gut funktionieren. Doch egal ob alt oder neu: Wichtig ist dabei immer der Zustand der Karten. Daher sollte man diese besonders schützen, wenn man sie erst einmal hat. Michael Codina-Koch, Inhaber der Kasseler Comic Galerie, merkt selbst, dass Magic-Karten vermehrt als Investment genutzt werden.

Negativbeispiel: Die Karte „Force of Will“ zählt zu den spielstärksten und beliebtesten Karten, doch sie steht nicht auf der „Reserved List“. Als Folge wurde diese Karte mehrfach neu gedruckt. Der Preis der alten Karte im guten Zustand sank von etwa 75 auf rund 45 Euro.

Karten einstufen lassen

„Inzwischen wird auch in Deutschland das Grading von Comics und nun auch von Magic-Karten immer mehr ein Thema“, erklärt Codina-Koch, der seit rund 30 Jahren in der Comic-Branche tätig ist.

Beim „Grading“, dem Einstufen, wird ein unabhängiges Gutachten erstellt, wobei die Echtheit und der Zustand des Objektes bestimmt und bewertet werden. Außerdem wird dabei das Objekt sorgfältig verpackt und versiegelt. „Solche geprüften Objekte kosten meist mehr, doch dafür kann man sich darauf verlassen, dass die Angaben stimmen“, so Codina-Koch. Denn es ist nicht alles Gold was glänzt. Wo hohe Gewinne zu erzielen sind, gibt es auch schwarze Schafe. Besonders Fälschungen der alten Karten sind ein zunehmendes Problem, in China kann man sich diese leicht bestellen. Das Grading bietet gerade dagegen entsprechende Sicherheit. Doch auch so sollten die Schätze gut geschützt sein, das Angebot an Ordnersystemen und Schutzhüllen ist entsprechend umfangreich. „Da beraten wir die Spieler und Sammler natürlich gern vor Ort und sie können sich bei uns ein Bild davon machen“, erklärt Codina-Koch.

Expertenrat holen

Wer also ein paar Euro übrig hat, der kann Magic-Karten inzwischen durchaus als ernsthaftes Investment nutzen. Um aber nicht auf Fälscher reinzufallen sollte man gerade bei den hochpreisigen Karten einen Experten konsultieren. „Ich bin seit dem Beginn von Magic dabei und eins habe ich in den Jahren gelernt: Die richtig alten Karten sinken nicht im Wert, die steigen immer weiter“, so Codina-Koch abschließend.

Das Grading

In den USA gehören Grading-Unternehmen zum Alltag, vor allem durch die Baseballkarten und Comics. Inzwischen ist aber auch Magic ein wachsender Markt. In Deutschland gibt es die „TS European Grading Service UG“ (TS) mit Sitz in Mechernich. Neben Einstufungen bietet man dort auch das Verpacken in Hartplastikschutzhüllen an. Das Bewertungssystem erfolgt nach internationalen Standards. TS ist seit 2012 aktiv. Auf der Homepage findet man noch keinen Hinweis auf die Kartenbewertungen, da man diese erst seit kurzem anbietet. Man kann sich unter 02443-9842777 weitere Informationen einholen.

Die „Power 9“

Die „Power 9“, wie die neun gefragtesten Karten genannt werden – Ancestral Recall, Black Lotus, Timetwister, Time Walk, Mox Emerald, Mox Jet, Mox Pearl, Mox Ruby und Mox Sapphire – kosten meist mehrere tausend Euro pro Stück, ihre Preise haben sich in den vergangenen zehn Jahren teilweise verzehnfacht. Weitere sichere Anlagen sind die sogenannten „Doppelländer“, auch „alte Doppelländer genannt“. Je nach Edition liegen die Preise zwischen 100 und 4.000 Euro. Auch diese Karten haben ihre Preise in den vergangenen Jahren verfünffacht oder verzehnfacht und sind noch eine relativ erschwingliche Anlage.

Magic-Tage

In der Comic-Galerie in Kassel gibt es Magic-Tage (Dienstag, Donnerstag und Freitag) an denen man Spieler und Sammler zum Tauschen und Spielen treffen kann. Einzelkarten werden nur von Privatpersonen vor Ort angeboten, im Geschäft selbst gibt es die Neuware und Zubehör. Die Comic-Galerie befindet sich in der Opernstraße 15, 34117 Kassel.

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