Kasseler Fotograf Dennis Steinberg zeigt mit seinen Bildern einen Blick ins Düstere

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„Man trifft fremde Menschen Tag ein Tag aus, ob im Bus oder in der Bahn. Was steckt hinter diesen Menschen, was machen sie, wohin wollen sie und warum wollen sie dahin? Die Maske habe ich daher genommen, weil man diesen Fremden doch nur vor den Kopf, aber nicht in den Kopf schauen kann. Das Unbekannte fasziniert mich, daher auch der Titel The ­Stranger“­­

Die Bilder des Kasseler Fotografen Dennis Steinberg (darkphotosde) wirken auf den ersten Blick düster, morbide und faszinieren gerade deswegen fast 8.000 Nutzer auf der Fotoplattform Instagram.

Kassel. Die Models sind mit Blut verschmiert, stehen allein im Wald oder sind nackt. „Die Idee des Bildes habe ich schon vorher im Kopf, suche dann gezielt nach Modellen und Orten, wo ich das Foto so umsetzen kann, wie ich es mir vorgestellt habe“, erzählt der 33-Jährige, dessen Aufnahmen momentan auch in der BarDrei/ und im Koon zu sehen sind.

Der Kasseler Dennis Steinberg.

Das Fotografieren und Bearbeiten seiner Bilder hat er sich im Laufe der Jahre weitestgehend selbst beigebracht. Bis zu 20 Stunden sitzt Steinberg an der Retusche einzelner Fotos. Mit seinen außergewöhnlichen Aufnahmen sticht er aus der Mainstream-Masse heraus. Aufträge erhält er von vielen, die sich von ihm in Szene setzen lassen wollen. „Fotografieren tue ich hauptsächlich am Wochenende, Vollzeit möchte ich es nicht machen, da mir sonst der Spaß daran verloren gehen würde. Freie Wochenenden sind daher rar gesät, da die Anfragen von überall her kommen“, erzählt der Mediendesigner einer Agentur, der großer Horrorfilm-Fan ist und sich dort auch für seine Shootings inspirieren lässt. Alle Ideen sammelt er in einem dicken Ordner, der darauf wartet, „abgearbeitet“ zu werden.

In seinen Bildern finden sich neben Filminspirationen auch eigene Erlebnisse, Erfahrungen von Freunden oder aus dem Umfeld – Gefangen sein in dem Käfig einer unglücklichen Beziehung, Liebeskummer oder auch Missbrauch. Auf seiner Webseite und bei Instagram finden sich neben den eher düsteren Fotos auch einige von halbnackten Bodybuildern, die trotz ihrer Muskeln und der damit assoziierten Stärke verletzlich wirken. Kontraste, die die Aufnahmen so besonders machen. Noch bis Mitte April sind einige Arbeiten, die dort auch verkauft werden, in der BarDrei/ und im Koon zu sehen.

Und danach? „Ein eigenes Studio mit Ausstellungsfläche wäre langfristig eine perfekte Möglichkeit, meine Arbeiten zu zeigen und zu schaffen. Einer meiner Wünsche wäre eine eigene Ausstellung in Berlin. Dort ist die Szene für meine Art der Bilder viel größer.“ Ideen für neue Aufnahmen gibt es genug – im Ordner und im Kopf von Dennis Steinberg.

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