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Kasseler haben Fernweh: „Die Leute wollen einfach wieder raus aus dem Alltag“

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Von: Marcel Ehrig

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Corona, Kassel, Reisen
Freut sich, dass die Urlaubssaison an Fahrt aufnimmt: Detlef Giebeler vom Reisebüro First.  © Ehrig

Die Corona-Krise hat sie hart getroffen, so langsam geht es für die Kasseler Reisebüros aber wieder aufwärts. Wir haben mit Reisebüro-Inhabern über die wieder ansteigende Reiselust der Kasseler gesprochen.

Kassel Den Sand unter den Füßen, das Meer rauscht - die Deutschen gelten weltweit zurecht als Vielreiser. Doch während Corona war an weitere Reisen lange Zeit kaum zu denken und während wir daheim bleiben und in die Buga statt ins Mittelmeer sprangen, kämpfte die Tourismusbranche ums Überleben. Im Mai 2020 demonstrierten Reisebüro-Inhaber für mehr staatliche Hilfen.

Und wie sieht es jetzt aus, nach Impfung, Booster, mehreren Coronavarianten und weiteren Hygienemaßnahmen?
„Die Leute wollen wieder raus aus ihrem Alltag und wegfliegen, das merkt man eindeutig“, sagt Detlef Giebeler vom First Reisebüro in der Kasseler Treppenstraße. Die letzten Monate im vergangenen Jahr seien zum Vergessen gewesen, der Januar war schon besser, der Februar recht gut, sagt Giebeler. „Es gibt weniger Beschränkungen und das hat man sofort gemerkt.“

Besonders gefragt sind gerade die Europareisen, also Griechenland, Portugal oder die Balearen, auch direkt von Kassel aus suchen viele das Weite. Ähnlich beschreibt es auch Christine Nöding von Prima Reisen in der Friedrich-Ebert-Straße: „Europa liegt voll im Trend. Und die Maßnahmen die es noch gibt, nehmen die Leute jetzt in Kauf.“ Dabei sind die Reisebüros gerade wohl mehr denn je Dienstleister und Vermittler, gerade was die Corona-Regeln in den jeweiligen Ländern angeht. Ein bisschen müsse man sich vorab aber auch selbst informieren, sagt Nöding mit einem Augenzwinkern.

Die Preise sind logischerweise noch nicht wieder auf dem Niveau vor Corona, „aber das wissen die Kunden“, sagt Detlef Giebeler „es gibt also kein böses erwachen, wenn man über den Preis redet.“ Gerade die Preise im Urlaubsland können variieren, wie zum Beispiel beim Mietwagen. Da die Verleiher ihre Flotte verkleinert haben, stehen jetzt weniger Fahrzeuge zur Verfügung oder es werden wieder neue Autos zur Flotte hinzugekauft - das kostet viel Geld und treibt den Preis in die Höhe.

„Wir sind aber einfach froh, dass die Branche jetzt wieder in Bewegung ist, die letzte Zeit war wirklich hart“, sagt Detlef Giebeler.
Zu Prima Reisen in die Friedrich-Ebert-Straße kämen mittlerweile auch viele Kasseler, die vor Corona ihren Urlaub Online gebucht hätten, jetzt aber lieber wieder auf die klassische Beratung vor Ort setzen, auch um die Reisebüros vor Ort zu unterstützen, getreu dem Motto „support your local Reisebüro“. „Der Preis ist ja gleich und der Zusammenhalt ist einfach toll“, sagt Nöding.

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