Kasseler Uni Professor Ulrich Kutschera verteidigt Aussagen über Homosexuelle

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Prozess geplatzt: Das Verfahren gegen den Kasseler Professor Ulrich Kutschera ist am Mittwoch ausgesetzt worden. Kutschera muss sich unter anderem wegen Volksverhetzung verantworten.

Kassel. Mit so einem Ansturm hatte das Amtsgericht Kassel nicht gerechnet. Den Prozess gegen Professor Ulrich Kutschera (64) von der Uni Kassel stieß auf so großes Interesse, dass der Prozess kurzerhand in einen größeren Saal verlegt wurde. Nach einer mehr als sechsstündigen Verhandlung wurde das Verfahren am Mittwoch allerdings ausgesetzt.

Gut gelaunt, lächelnd und die Zuschauer vor dem Saal grüßend erschien der umstrittene Professor mit seinem Anwalt Mark Sittig vor Gericht. Kutschera muss sich wegen Fahrerfluchts verantworten. Der andere Vorwurf interessierte die Zuschauer aber eher: Denn der Evolutionsbiologe musste sich auch wegen Volksverhetzung in Tateinheit mit Beleidigung und Verleumdung verantworten. 2017 hatte er dem katholischen Internetportal kath.net ein Interview gegeben, in dem er sich über Homosexuelle äußerte.

Mit Bezug auf die vom Bundestag beschlossene Ehe für alle, hatte er in dem Interview vor einem möglichen „Horror-Kinderschänder-Szenario“ gewarnt. Zudem sehe er „staatlich geförderte Pädophilie und schwersten Kindesmissbrauch auf uns zukommen“, wenn gleichgeschlechtliche Paare Kinder adoptieren dürften. Laut Anklage soll Kutschera Kinder, die in gleichgeschlichen Ehen groß werden, als „bemitleidenswerte Befruchtungs-Produkte“ bezeichnet haben. Diese Aussagen verteidigte Kutschera. Er stützt seine Aussagen auf angeblich wissenschaftliche Tatsachen. So stellte sein Verteidiger Sittig auch gleich mal 14 Beweisanträge. Er forderte, verschiedene Wissenschaftler anzuhören, die seine Äußerungen wissenschaftlich belegen. Zudem beantragte die Verteidigung, Kutscheras Buch als Beweis in den Prozess einzuführen. Kutschera hatte auch gleich ein paar Exemplare seines Buches mitgebracht und vor sich aufgestellt. Sein Anwalt Mark Sittig sagte das „erst nach Einführung des Buches ersichtlich wird, dass die Äußerungen auf biologischem Fachwissen beruhen.“

Staatsanwalt Dr.Enrico Wiegelt hatte dann um eine Unterbrechung gebeten, um zu den Anträgen Stellung nehmen zu können. Da man aber keinen Termin innerhalb der gesetzlich festgeschriebenen drei Wochen fand, setzte Richter Henning Leyhe das Verfahren aus.

Die Aussagen des Kasseler Professor hatte besonders unter Studenten der Universität Kassel Proteste ausgelöst. Die Grüne Hochschulgruppe und die Grüne Jugend Kassel forderte vor dem Prozess, dass Kutschera bei einer Verurteilung von seinem Lehrauftrag freigestellt wird. „Lehrbeauftragte an einer Hochschule haben nicht nur im Universitären, sondern auch im Gesamtgesellschaftlichen eine Vorbildfunktion inne. Dass sich ein Professor unserer Universität offen menschenfeindlich äußert und dafür auch noch pseudowissenschaftliche Argumente anführt ist nicht hinnehmbar“, heißt es in einer Pressemitteilung.

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