Kasseler Studentin setzt Vorhandenes zu neuen Collagen zusammen

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Macht aus alten Postwertzeichen neue Kunst: Frauke Rohenkohl.

Inspiration für ihre Kunstwerke holt sie sich aus Literatur.

Kassel. Alte Briefmarken kommen bei Frauke Rohenkohl keineswegs verstaubt daher, sondern werden von ihr zu neuen Kunstwerken, die sogar schon in der Waterhouse Gallery in Maastricht ausgestellt wurden. Dabei hatte die 23-Jährige vor wenigen Jahren noch wenig mit den alten Postwertzeichen zu tun.

Heute sagt sie: „Die alten sind sogar viel schöner als die neuen lasergedruckten Marken.“ Auf die Idee für die Briefmarken-Kunstcollagen kam sie vor drei Jahren. „Alles fing in der Basisklasse an der Kunstuniversität an. Mir wurde die Aufgabe gestellt, Collagen zu machen.“ Da die Kasselerin das langweilig fand, schob sie das erst mal auf die lange Bank. Und als der Abgabetermin näher rückte, merkte sie, dass sie keine anderen Materialien dafür zuhause hatte, als die alten Briefmarken ihres Vaters. „Als ich die näher betrachtet und mich damit befasst habe, fiel mir auf, dass die alten Postwertzeichen viel Historisches in sich haben und Geschichte erzählen. Da kam ich auf die Idee, aus ihnen Teile auszuschneiden und sie zu neuen Collagen zusammenzusetzen.“ Dahinter steckt natürlich immer eine eigene Geschichte. „Für eine Collage mit dem Thema Deutschland habe ich beispielsweise nur Briefmarken aus den 70er Jahren genommen.“

Bevor Rohenkohl sie ausschneidet, sortiert sie die Marken nach Ort, Zeit und Ereignis. „Dadurch entdeckte ich auch gleich spannende Gegenüberstellungen. Ich habe mich schon immer für historische Ereignisse und Geschichte interessiert. So gesehen, kam das mit den Marken eigentlich passend.“ Inspiration für ihre Kunstwerke holt sie sich aus Literatur. Weil viele Freunde und Bekannte die Collagen gut fanden, begann die Künstlerin immer mehr davon zu produzieren – und zu verkaufen.

Kunstwerk aus 5.000 Briefmarken

 „Das ganze ist im Laufe der Zeit immer mehr gewachsen.“ Jede Collage ist dabei ein Unikat. Kleine Collagen sind ab rund 80 Euro zu erwerben. Eine große, – mit rund 5.000 Briefmarken – wie sie im Maastrichter Museum hing, ist natürlich entsprechend teurer. Damit sie ins heimische Wohnzimmer gehängt werden könne, klebt Rohenkohl sie meist auf Plexiglas. Für diejenigen, die keine Original-Collagen möchten, hat sie auch Kunstdrucke wie Postkarten gefertigt.

Die filigrane Handarbeit: Das Ausschneiden der Briefmarkenteile.

Alte Marken aus 90er Jahren gesucht

Da die Kasselerin für ihre Werke natürlich ständig neue „alte“ Marken benötigt, ist sie immer auf der Suche. Abgestempelte seien durch die Stempel sogar noch interessanter. „Durch den Stempel entsteht ein besonderer Übergang.“ Wer also alte Marken abzugeben hat, kann sich gerne bei Frauke Rohenkohl unter 0157 30840009 melden. Die Postwertezeichen sollten allerdings vom Briefpapier abgelöst sein. „Besonders interessieren mich die Marken aus den 90ern und den Jahren zuvor. Gern hole ich sie auch persönlich ab.“ Als Dankeschön gibt es eine Kunstkarte der Studentin.

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