Kasseler Tischlermeister Klaus Waha fertigt Möbel und mehr für die documenta

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500 Keile tragen 60 Keramikröhren: Der Kasseler Tischlermeister Klaus Waha ist bei der Entstehung des Kunstwerks von Hiwa K. neben der documenta-Halle beteiligt.

Seit Wochen wird gesägt, gehämmert und geschraubt: In einer Kasseler Tischlerwerkstatt entsteht Vieles, das in diesem Sommer auf der documenta zu sehen sein wird.

Kassel.  An seiner Arbeit führt für die internationale Presse bei der diesjährigen documenta kein Weg vorbei. Auch wenn Klaus Waha bei der Weltkunstschau nicht aus- sondern aufstellt: Der Kasseler Tischlermeister fertigt im Auftrag der documenta Möbel und Tresen für das Pressezentrum, das seine Zelte für 100 Tage im ehemaligen Leder-Meid gegenüber dem Fridericianum aufschlägt.

Am Firmensitz in alten Güterbahnhof in Niederzwehren kreischen die Sägen, wird von den sechs Mitarbeitern eifrig geschraubt und den Kanten der letzte Schliff gegeben. „Wir verwenden Multiplexplatten, die von uns mit Linoleum beschichtet wurden“, erklärt Firmenchef Klaus Waha die besondere Optik der Möbel. Das sieht edel aus – und ist besonders belastbar.

Dabei bewegt sich Klaus Waha, der sich vor fünf Jahren mit seinem Betrieb selbstständig machte, in seinem Metier: Individueller Möbelbau und hochwertigen Innenausbau ist sein Kerngeschäft. So freute er sich, dass die MT Melsungen ihn mit Einrichtung ihrer Geschäftsstelle beauftragte. Im öffentlichen Raum dürfen jetzt die Zuschauer bei den Wilhelmshöher Open beim KTC Wilhelmshöhe von seinen Sitzbänken aus die Spiele der Wilhelmshöher Open genießen.

 „Egal welcher Kunde: Es gibt immer die Auseinandersetzung mit der Anforderung“, sagt Klaus Waha. Nur manchmal sei die eben doch besonders. Zum Beispiel als er für Künstler einen sieben Meter hohen, knallroten Google-Pinfür den Friedrichsplatz und die Ausstellung des Kunstvereins fertigte. „Das war ein ganz tolles Projekt, das viel Spaß gemacht hat.“

Dog Run und Röhren-Stapel

Mit einem gewissen Stolz erfülle es ihn, als lokaler Tischler die Möglichkeit zu haben, Produkte herzustellen, die dann von einem internationalen Publikum betrachtet werden. Und daher erinnert er sich auch gerne an seine Aufträge bei der zurückliegenden documenta, als er nach Vorgaben des Künstlers Brian Jungen den „Dog Run“ in der Karlsaue baute. Auch Vitrinen in den Holzhäusern sowie Ausstellungspodeste entstanden in seiner Werkstatt.

Tischlermeister Michael Bochnia (Tischlerei Waha) gibt gemeinsam mit dem Kooperationspartner beim documenta-Auftrag, Tischlermeister Nathan Mewald (Tischlerei Mehrwald), dem Möbel den letzten Schliff. Wenige Stunden später steht es nicht mehr im alten Güterbahnhof Niederzwehren, sondern im künftigen Pressezentrum im Haus Leder-Meid.

Ähnliches wird auch zur Zeit in seiner Werkstatt für die verschiedenen Austellungsorte bei der diesjährigen Weltkunstschau gezimmert. Und noch etwas ganz Besonderes: 500 spezielle Holzkeile und etliche Eiche-Balken aus der Waha-Schreinerei sind Teil des Kunstwerks von Hiwa K (Arnold-Bode-Preis 2016), das zur Zeit neben der documenta-Halle entsteht. Sie dienen 60 Keramik-Röhren (jede wiegt 1,3 Tonnen) als Gerüst, die von Kassel Wasser zu einem gewaltigen Quader aufgestapelt werden. In einer solchen Röhre hatte der Künstler auf seiner abenteuerlichen Flucht aus dem Irak einst einen Unterschlupf gefunden.

Das Erfüllen individueller Anforderungen an Ästhetik, Qualität und Langlebigkeit sind Tagesgeschäft für Klaus Waha. Der Gedanke eines Künstlers die Würze für sein Handwerk. „Ich komme mit Themen in Kontakt, mit denen man im Tischlerei-Alltag so nicht konfrontiert wird“, sagt er.

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