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Kasseler traf die Queen beim Botschafts-Gartenfest in Berlin

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Von: Victor Deutsch

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© Lokalo24.de

Gestern abend in der Residenz des britischen Botschafters in Berlin. 600 Gäste singen für Queen Elizabeth. Darunter Martin Lengemann aus Kassel.

Kassel/Berlin. Gesehen haben sie zehntausende. Getroffen nur ausgewählte. Der aus Kassel stammende Fotograf Martin Lengemann, der sich seine erste journalistischen Sporen u. a. beim EXTRA TIP verdiente, kam der Queen bei ihrem fünften Staatsbesuch in Deutschland, genau 50 Jahre nach ihrem ersten, ganz nah.

Schauplatz der royalen Begegnung: die Residenz des britischen Botschafters in Berlin. Die richtete zu Ehren des prominentesten Gastes, den das Königreich bieten kann, einen Geburtstagsempfang am Donnerstag aus. Das mit dem Datum sieht die 89-jährige nicht so eng. Geboren wurde sie im April.

600 Gäste schmettern die Nationalhymnen, unter ihnen Martin Lengemann. Ausgesucht aus 1300 Nominierten. Lengemann, der mittlerweile für die "WELT” fotografiert,  war von Kollegen wegen seines Multi-Story-Telling Projekts "Die Narbe” (siehe Extra-Info) vorgeschlagen worden. Ein Beitrag, der sich besonders um das deutsch-britische Verhältnis bemüht.Aufregung liegt in der Luft an diesem frühsommerlichen Abend, als das royale Paar durch den Garten geht und mit vielen Gästen plaudert.  "Als sie auf Höhe meiner Frau und mir ankommt, schaue ich ihr in die Augen, unsere Blicke treffen sich, ein verbindliches, leicht schelmisches Lächeln huscht über ihr Gesicht, zahlreiche Kameras klicken, dann geht sie schon weiter und entschwindet aus meinem Blickfeld. Kaum Zeit, einen Gedanken zu fassen, da greift schon Bundespräsident Gauck nach meiner Hand, schaut mir fest ins Gesicht und sagt, "schön, dass Sie gekommen sind.” schildert Lengemann die Begegnung.

Gemeinsam mit seiner Frau verlebt er einen "wunderbar entspannter Abend, eine herrliche Gartenparty.” Dabei war er morgens noch höchst aufgeregt. "Da habe ich gedacht ,jetzt muss mich mal jemand kneifen’,” erzählt er. Auch in der Nacht zuvor verfolgte ihn der britische Besuch: "Ich habe von Rasen geträumt”, sagt er.  Besser als von Fish & Chips. Die werden im Garten der Botschaftsvilla gereicht, dazu Stilton-Windbeutel mit grünem Tomatenchutney,  Lachs-Dill-Röllchen, Würstchen im Schlafrock, und Erdbeeren mit Schlagsahne – typisch englisch eben.

Der Besuch der Queen, sein Besuch im Garten der Botschaftsvilla hat für Lengemann  einiges in Gang gesetzt. "Nach Bekanntgabe meines Namens durch die Botschaft, stand mein Telefon nicht mehr still. Über fünfzig Interviews habe ich seither gegeben, bin in Fernsehsendungen und Radioshows aufgetreten, habe mit Zeitungen, Zeitschriften und Internetplattformen gesprochen, über mein Projekt berichtet, darüber, warum mir das Verhältnis zu Großbritannien so wichtig ist und was es mir bedeutet, die Queen zu treffen.” sagt Martin Lengemann.

Zur Person

Aufgewachsen in Kassel, verließ der Nordhesse aus Überzeugung 22 jährig das große Dorf mit Straßenbahn, um die Welt in Fotos festzuhalten. Seit 1994 arbeitet er als Redaktionsfotograf in Die Welt, Welt Kompakt und Welt am Sonntag. Seit seiner Kindheit liebt Martin Lengemann alles was britisch ist. Besonders den Fußball und seinen Club Arsenal FC. 2006 erschien sein Bildband "Very british!”. Eine fotografische Liebeserklärung im B&S Siebenhaar Verlag. Lengemann gilt als Spezialist für Fotothemen aus Großbritannien und bereist mehrmals im Jahr die britischen Inseln. Lengemann ist Initiator des Projektes "Die Narbe”, welches sich der Versöhnung und der Verständigung zwischen Briten und Deutschen widmet. Er erzählt: "Mein Vater und ich wurden in unterschiedlichen Städten geboren: mein Vater im Januar 1938 in Kassel, ich im September 1969 in Kassel. Zwischen diesen beiden Daten liegt die Auslöschung des alten Kassels und der Aufbau einer neuen Stadt in den 1950er Jahren.Am Abend des 22. Oktober 1943 vernichteten britische Bomberverbände, im Rahmen des so genannten Flächenbombardements die Innenstadt einer der schönsten Städte Europas. Mit 97%iger Zerstörung wurde die Stadt nahezu eingeäschert.”

Mehr zum Besuch der Queen gibt es HIER.

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