KSV, Schleuse, Salzmann: Kassels nächster Oberbürgermeister Christian Geselle hat genug Baustellen

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Kann sich über Mangel an Arbeit nicht beklagen: Kassels nächster Oberbürgermeister Christian Geselle.

Kassel. Geschworen hat er schon, dass er das Beste für die Stadt tun will. Doch noch muss er bis zum 21. August warten bis er auch amtlich Oberbürgermeister ist.

Kassel. Geschworen hat er schon, dass er das Beste für die Stadt tun will. Doch noch muss er bis zum 21. August warten bis er auch amtlich Oberbürgermeister ist. Auch wenn Christian Geselle schon ins Büro seines Vorgängers Bertram Hilgen eingezogen ist.

An der Wand hängen noch die markanten Zeichnungen, die die Entwicklung der Stadt in tausend Jahren zeigen und mit dem markanten Fuldabogen für Freuden sorgen. Die sollen auch hängen bleiben, denn die bauliche Entwicklung der Stadt liegt auch Christian Geselle am Herzen.

„Das documenta-Archiv wollen wir demnächst angehen. Da gab es 17 Vorschläge. Die Entscheidung für den Holländischen Platz ist in enger Abstimmung mit der documenta und der Uni gefallen. Ich erhoffe mir positive Signale für andere Bauten in der Umgebung“, ist Geselle überzeugt, dass der richtige Bauplatz gefunden worden ist. „Dort soll geforscht, aber nicht ausgestellt werden. Dafür haben wir die Neue Galerie.“

Die Schleuse will er anpacken, aber noch muss er auf die schriftlichen Finanzierungszusagen von BUND und Land warten. Und auf die Eigentumsübertragung. „Nicht so einfach. Die Uhren in einem Ministerium ticken halt anders“, übt er sich in Geduld. Warten will er in puncto Huskies aber nicht. „Seit 25 Jahren reden wir über die zweite Eisfläche. Jetzt wird sie kommen, wenn wir uns mit dem Eigentümer einigen.“ Die Stadt will auch Geld in die Hand nehmen, denn diese Fläche soll auch für die Jugendarbeit des Vereins, der EJK, zur Verfügung stehen. „Wir stellen schließlich auch Vereinen in anderen Sportarten kostenlos Plätze zur Verfügung. In Frankfurt müssen Vereine dafür zahlen.“

Beim KSV Hessen arbeitet Christian Geselle sogar im Aufsichtsrat mit. „Es haben mir viele abgeraten, das zu tun. Ich würde mich angreifbar machen. Aber es gab keine Alternative. Ich bin froh, dass wir Leute wie Jens Rose oder Enno Gaede gefunden haben, die mithelfen wollen. Andere haben sich weggeduckt. Jetzt müssen wir die Chancen einer Planinsolvenz nutzen. Dabei wird insbesondere Dr. Fritz Westhelle helfen, der auch bereit war, mit anzupacken.“ Transparenz soll so schnell wie möglich wieder her, hat sich Geselle vorgenommen. „Das ist ganz wichtig, damit wir die Mitglieder wieder auf unserer Seite haben.“

Doch das wird noch eine Menge Arbeit sein. Und Geselle, der seinen Finanzbereich ja beibehalten hat („wir werden schon im August einen vernünftigen Haushalt 2018 vorlegen.“), hat auch so genug zu tun.

Erst einmal hat er mit seinem neuen Stab um Büroleiterin Julia Manz die neuen Räume bezogen. Neu soll auch der Umgang mit der Öffentlichkeit werden. Der neue Pressechef Claas Michaelis muss sich daran gewöhnen, dass die Dezernenten, die am 28. August gewählt werden sollen, wieder den direkten Draht zur Presse suchen. Dann steht der Umbau des Rathauses an. 600 Mitarbeiter ziehen aus- und ein. Darunter darf die Arbeit nicht leiden.

Mit Sorge schaut Geselle Richtung Salzmann. Ein neuer Miteigentümer aus Gießen hat dort noch nicht für neuen Schwung gesorgt. Neue Pläne? Fehlanzeige!

Und im Palais Bellevue? Auch dort nichts Neues. Eine vernünftige Nachnutzung steht in den Sternen. „Darüber werden wir uns als nächstes Gedanken machen.“

Und der Große Kreisel? Christian Geselle lächelt verschmitzt. „Da werden wir eine vernünftige und bezahlbare Lösung anstreben. Einen Überflieger wird es mit Sicherheit nicht geben. Der Kreisel wird überarbeitet. Das wird reichen.“

Und sonst? Langeweile wird Kassels nächster Oberbürgermeister nicht haben. Arbeit gibt es genug. Und sonst will er sich um seine Kinder kümmern – in der Schwalm.

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