Kassels Stadtimker: Jeder kann etwas für Bienen tun

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„Bienen brauchen blühende Landschaften und Imker, die mit Hingabe und Leidenschaft für sie sorgen“, informiert Victor Hernandez, Hersteller des Kasseler Stadthonigs, seine Kunden. 

Bienen sind dringend auf Nahrung in Städten und Kommunen angewiesen – insbesondere, wenn außerhalb wenig blüht, brauchen Insekten Blütenpflanzen mit reichlich Nektar und Pollen.

Kassel. Mit einer Kampagne möchte die Landesregierung Hessenstärker zum Blühen bringen. „Es geht darum, das Nahrungsangebot für Bienen auf dem Land zu vergrößern“, sagt Staatsminister Axel Wintermeyer, Chef der Hessischen Staatskanzlei. „Das gilt natürlich auch für Gärten in der Stadt“, ergänzt Umweltministerin Priska Hinz. Da setzt auch Victor Hernandez, Vorsitzender der Kasseler Imker und Produzent des Kasseler Stadthonigs, an.

Als erste Maßnahme fügt er jedem Glas des von seinen Bienen produzierten Honigs ein Samentütchen mit einer Blütenmischung bei. „Die Kunden freuen sich sehr darüber“, sagt er. Den wichtigsten Denkanstoß hat er auf die Verpackung der kleinen Zugabe geschrieben: Ein Appell zum Kauf regionalen Honigs. „Denn wer das Bienensterben beklagt, der darf auch nicht nur billigen Importhonig naschen“, sagt Hernandez.

Seine Tipps für Garten und Balkon:

– Bienenfreundliche Blühmischungen enthalten beispielsweise Phacelia, verschiedene Kleesorten, Buchweizen, Leindotter, Ringelblume, Kornblume Klatschmohn, Studentenblume oder Roter Lein. Diese Arten sind eher niedrigwachsend. Sie haben eine offene Blüte, so dass Bienen und Insekten auch an die Nektarien der Pflanze gelangen können. Künstlich gezüchtete Zierrosen, Dahlien oder Stiefmütterchen beispielsweise mit gefüllten Blüten sind für Insekten unbrauchbar.

– Auch ein Kräuterbeet kann Honig- und Wildbienen glücklich machen: Sie tummeln sich am Rosmarin und Thymian, Oregano, Pfefferminze und Salbei.

– Wer mehr Platz im Garten hat kann auch Sträucher setzen: Salweiden sind hervorragende Nahrungsspender im Frühjahr. Oder auch Krokus steckt früh im Jahr die blau-violetten Köpfe aus der Erde und versorgt Bienen mit Pollen. Auch Beeren-Gehölze sind super für Bienen: Brombeeren, Himbeeren und Johannesbeeren.

– Wer noch mehr Platz hat, kann bienenfreundliche Bäume setzen: Linden sind super im Spätsommer. Für das Frühjahr eher alle Sorten an Obstbäumen: Kernobst, Steinobst wie Kirsche, Apfel, Pflaume. Die Krönung ist die „Duft Esche“ (lat. Euodia): Der wird auch Bienenbaum genannt. Wenn im Oktober nichts mehr blüht, dann beginnt erst die späte Blüte der Euodia. Der ganze Baum summt und brummt dann. Gibt es als Strauch, aber auch als Baum.

– Wer auf seinen Rasen nicht verzichten möchte, der sollte ihn nicht allzu kurz halten. Und bitte nicht während der Mittagszeit mähen, wenn die Bienen auf den Kleeblüten sitzen.

Übrigens: Zusammen mit Frank Rohde von Kasseler Traditionshaus „Samen Rohde“ hat Victor Hernandez eine Kasseler Stadtblumenmischung entwickelt, die besonders bienenfreundlich ist. Die kommt in spätestens zwei Wochen in den Handel. „Denn sowohl bei ihm im Laden und auch bei mir im Honig-Laden fragen die Kunden immer mehr nach solchen Saatgut-Mischungen.“

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