Katastrophen-Szenario: Medizinische Task Force übte den Hochwasser-Ernstfall

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Behandlung eines Verletzten in einem der Behandlungszelte.

DRK, ASB und Feuerwehr übten den Betrieb eines Behandlungsplatzes bei einer simulierten Hochwasser-Katastrophe mit 53 Verletzten.

Kassel. Mehr als 100 Helfer von DRK, ASB und der Feuerwehr Kassel waren am Samstag an einer Übung der Medizinischen Task Force (MTF) im Industriegebiet Kassel-Waldau beteiligt. 53 geschminkte Verletztendarsteller sorgten für ein realistisches Szenario. Bei der Medizinischen Task Force handelt es sich um eine sanitätsdienstliche Einsatzabteilung, die der Bund im Rahmen des Zivilschutzes und für die bundeslandübergreifende Katastrophenhilfe aufgestellt hat. Die MTF kann zum einen bei einem Massenanfall von Verletzten eingesetzt werden. Sie ist aber auch so ausgerüstet, dass sie die medizinisch-sanitätsdienstliche Versorgung in einem Gebiet sicherstellen kann, dessen Infrastruktur zum Beispiel durch eine Naturkatastrophe zerstört ist.

Dies war auch das Szenario, das der Übung am Samstag zugrunde lag: Durch ein extremes Hochwasser ist die Verkehrsinfrastruktur in und um Kassel erheblich zerstört. Davon betroffen sind auch die drei Fuldabrücken in Kassel. Der Osten der Stadt ist dadurch von der medizinischen Versorgung in den Kasseler Krankenhäusern abgeschnitten. Die Katastrophenschutzbehörde hat die Medizinische Task Force deshalb beauftragt, auf dem Parkplatz eines Betriebes im Industriegebiet Kassel-Waldau einen Behandlungsplatz aufzubauen.

Die überwiegend ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des Deutschen Roten Kreuzes und des Arbeiter-Samariter-Bundes bauten auf dem Parkplatz zehn große Zelte auf. Diese sind neben den Behandlungsplätzen für die Verletzten mit Strom, Licht und einer Zeltheizung ausgestattet. Denn die MTF ist dafür ausgerüstet, bis zu 50 Verletzte für 48 Stunden selbstständig zu versorgen und zu betreuen. Die Verletzten – dargestellt von Mitgliedern des DRK, des Technischen Hilfswerks und der DLRG – wurden dann mit Krankentransportwagen zum Behandlungsplatz gefahren. Andere kamen als sogenannte Selbsteinweiser zu Fuß und ersuchten um Hilfe. Die Verletzungen reichten von der kleinen Schnittwunde in der Hand bis hin zu lebensbedrohlichen Verletzungen. Auch diese können in den Behandlungszelten der MTF intensivmedizinisch versorgt werden.

In einem Sichtungszelt wurden die Verletzten von Notärzten zunächst untersucht, erstversorgt und anhand der Schwere ihrer Verletzung registriert. Über die sogenannte Portier-Stelle wurden die Verletzten dann einem der sieben Behandlungszelte zugewiesen. Dort wurden sie von Rettungssanitätern und weiteren Ärzten behandelt und versorgt. Neben der medizinischen Versorgung der Verletzten stand im Mittelpunkt der Übung, die Abläufe innerhalb des Behandlungsplatzes und die Ablösung der Helfer an den unterschiedlichen Stationen zu üben. Auch die Versorgung der Verletzten mit Essen und Trinken sollte getestet werden. Als Übungsbeobachter waren Vertreter der unteren Katastrophenschutzbehörden von Stadt und Landkreis Kassel sowie der oberen Katastrophenschutzbehörde beim Regierungspräsidium Kassel anwesend. Auch Mitglieder einer MTF aus Franken verfolgten die Übung interessiert.

Zum Ende der Übung zog Jürgen Barchfeld von der Feuerwehr Kassel als Verbandsführer der Medizinischen Task Force eine positive Bilanz. Der Aufbau und Betrieb des Behandlungsplatzes, die Versorgung der Verletzten und der Personalwechsel in den Behandlungszelten haben grundsätzlich gut geklappt. Wie bei jeder Übung habe es natürlich Dinge gegeben, die noch verbessert werden können. Diese werden in einer Nachbereitung zusammengetragen und fließen dann in die weitere Ausbildung der MTF-Helfer ein. Barchfeld bedankte sich ausdrücklich bei dem Unternehmen SMA, das die Übung auf dem Betriebsparkplatz ermöglicht hat.

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