Kein Durchkommen: Zugeparkte Straße behindern Rettungsdienste und Entsorgungsfahrten in Kassel

ENgstelle, Stadt Kassel
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Für die Fahrer von großen Fahrzeugen, wie sie bei Feuerwehr und Stadtreinigern zum Einsatz kommen, sind die Engstellen nur mit viel Mühe passierbar – und manchmal auch gar nicht.     

Der Fahrzeugbestand in der Stadt Kassel ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Von 110.952 gemeldeten Pkw, Lkw, Krafträdern, Bussen und Anhängern im Jahr 2015 auf 120.501 im Jahr 2021. Diese Entwicklung wird im Parkraum deutlich sichtbar: Wo früher Fahrzeuge auf dem Grundstück Platz fanden, nutzen die Halter nun auch den Straßenraum - und das führt zu brenzligen Situationen.

Kassel Verschärft wird die Situation dadurch, dass neuere Fahrzeugmodelle deutlich breiter sind als in der Vergangenheit. Das bringt Probleme, auf die das Ordnungsamt der Stadt Kassel mit Nachdruck hinweist.

 „Viele Anwohner sind überrascht, wenn ihre gewohnte Park-Praxis ein Ordnungswidrigkeitsverfahren nach sich zieht. Allerdings gilt diese Regel nicht erst seit gestern, sondern ist schon lange straßenverkehrsrechtliche Vorschrift“, informiert Kassels Ordnungsdezernent Dirk Stochla. „Nichtsdestotrotz haben wir uns dazu entschieden, die unbekümmerten Falschparker zunächst mit einer Info-Kampagne über ihren Verstoß aufzuklären, statt direkt aufzuschreiben.“ Ein Anspruch auf die „gelbe Karte“ vor dem Knöllchen besteht nicht - ob ein Parkvergehen geahndet wird oder zunächst der Info-Flyer zum Einsatz kommt, wird im Einzelfall entschieden und liegt grundsätzlich im Ermessen der Kolleginnen und Kollegen vor Ort. Oftmals wird zusätzlich per Halterabfrage ermittelt, ob es sich um Fahrzeuge von Anwohnern handelt, um diesen die Möglichkeit zu geben das Fahrzeug zu entfernen bevor ein Bußgeld verhängt oder in besonderen Fällen das Fahrzeug sogar abgeschleppt werden muss.

Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes reagieren dabei auf Hinweise von Feuerwehr, Stadtreinigern sowie Anwohnern und überprüfen die Situation in den betreffenden Straßen. So kommt es gerade in kleineren Straßen immer wieder vor, dass die Mindestbreite der Fahrbahn von 3,05 Metern durch beidseitig abgestellte Fahrzeuge nicht mehr gegeben ist. Eine Situation, die gefährliche Folgen nach sich ziehen kann; denn größere Fahrzeuge wie sie bei der Feuerwehr im Einsatz sind, können diese Engstellen nicht passieren oder büßen beim Rangieren lebenswichtige Zeit ein.

Gerade in kleineren Straßen kommt es immer wieder vor, dass die Mindestbreite der Fahrbahn von 3,05 Metern durch abgestellte Fahrzeuge nicht mehr gegeben ist.     

„Die Kolleginnen und Kollegen schaffen es ab Alarmierung in wenigen Minuten die Stadt zu durchqueren und werden dann kurz vorm Einsatzort mit solchen Hindernissen konfrontiert“, berichtet Tobias Winter, Leiter der Kasseler Feuerwehr von den Erfahrungen der Rettungskräfte.

Auch für die Fahrer der Abfallsammelfahrzeuge sind die durch parkende oder haltende Fahrzeuge stark verengten Straßen eine tägliche Herausforderung. Ihre Fahrzeuge haben eine Breite von 2,55 Metern und oftmals bleiben Ihnen nur wenige Zentimeter Spielraum, um das Fahrzeug durch die jeweilige Engstelle zu manövrieren. „Das kostet viel Zeit und Nerven“, berichtet Matthias Ludloff, Fahrer bei den Stadtreinigern Kassel. „Es kommt sogar vor, dass wir Abfallbehälter im Einzelfall nicht leeren können, weil die Straße mit unseren Fahrzeugen nicht zu passieren ist, das ist wirklich ärgerlich“, so Matthias Ludloff.

Ein weiteres Problem sind ordnungswidrig abgestellte Autos, die das Abbiegen an Kreuzungen und Einmündungen behindern, die Sicht versperren und damit für alle Verkehrsteilnehmer ein Sicherheitsrisiko darstellen. Selbst Wendehammer und Kurven werden durch Autos so zugestellt, dass ein gefahrloses Durchfahren für größere Fahrzeuge, wie Abfallsammelfahrzeuge mit einem größeren Platzbedarf beim Ausscheren, nicht möglich ist.

In Großwohnanlagen kommt noch ein weiteres Problem hinzu: Zuwege zu den Abfallbehältern sind nicht passierbar. Die Autos parken so dicht aneinander, dass die Müllwerker die großen 1.100 Liter Abfallbehälter, die sich gefüllt nur mit zwei Mitarbeitern bewegen lassen, nicht zum Fahrzeug bekommen.

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