"Kein Mensch muss draußen schlafen": Panama hilft Wohnungslosen bei Minusgraden

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Sorgen mit gespendeten Jacken in der Kleiderkammer der Tagesaufenthaltsstätte Panama dafür, dass Bedürftige im Winter weniger frieren: Leiter Stefan Jünemann und die ehrenamtliche Mitarbeiterin Sabine Freund.

Die aktuellen Temperaturen können für Obdachlose zur Gefahr werden. Die Tagesaufenthaltsstätte Panama hilft Wohnungslosen durch die Minusgrade.

Kassel. Im eisigen Februar in die warme Wohnung kommen, die Füße in dicke Socken packen und auf dem Sofa in eine Decke kuscheln. Die meisten Menschen sind froh, wenn sie es sich bei den derzeitigen Temperaturen zu Hause gemütlich machen können. Für Menschen ohne festen Wohnsitz ist genau das jedoch nicht selbstverständlich. Wohin gehen aber Wohnungslose, um draußen nicht zu erfrieren? Viele Obdachlose zieht es zwar schon ab Herbst in verschiedene Einrichtungen, viele andere leben aber auch im kalten Winter auf der Straße.

Es gibt genug Notfallkapazitäten

„Wir kriegen nicht alle mit, aber es muss niemand auf der Straße schlafen. Die, die zu uns kommen, werden versorgt und sind herzlich willkommen“, sagt Stefan Jünemann, Leiter der Kasseler Tagesaufenthaltsstätte „Panama“. „Selbst wenn die Schlafplätze nicht ausreichen, gibt es noch genug Notfallkapazitäten und es kann noch irgendwas aufgebaut werden. Alles ist besser, als bei diesen Temperaturen draußen zu bleiben“, erklärt Jünemann weiter. Seit 1989 finden in Not geratene und obdachlose Menschen direkte Hilfe, Versorgung und Beratung bei der Aufenthaltsstätte, die im letzten Jahr zur Weihnachtsaktion vom EXTRA TIP unterstützt wurde.

„Bei dem momentanen Wetter beobachte ich aber auch rückläufige Besuchszahlen bei uns. Wenn viele anderweitig in Wohnungen untergekommen sind, wollen sie auch nicht mehr vor die Tür und zu uns zum Essen kommen“, erzählt Jünemann. Er berichtet außerdem, dass es noch einige Obdachlose gäbe, die es wie die Zugvögel handhaben und in wärmere Regionen verreisen. „Ich hatte einen Fall, da ging ein Besucher im Herbst zur Weinlese nach Frankreich, um anschließend dort zu überwintern“, so Jünemann. Dem Sozialpädagogen ist dabei aber aufgefallen, dass sich diese Zugvogel-Mentalität seit den Hartz-Reformen stark verändert hat. „Viele müssen ja zum Jobcenter wenn sie Leistungen beziehen und da geht eigentlich keiner mehr das Risiko einer Sperre ein, sollten sie zu den Terminen nicht erscheinen“, so Jünemann.

Mit Tee und heißer Suppe durch die Kälte

Ebenso ist ihm aufgefallen, dass bei den Besuchern weitaus weniger Alkoholmissbrauch stattfindet, als es noch vor einigen Jahren der Fall war. Tee und eine heiße Suppe helfen ohnehin besser durch die Kälte und stehen im Winter kostenlos für die Bedürftigen in der Einrichtung bereit. Wohnungslose können bei Panama ebenfalls kostenlos oder zu einem günsten Preis, den wichtigsten Bedürfnissen nachkommen. „Um die Körperpflege zu gewährleisten, bieten wir saubere Duschen, Waschmaschinen und Trockner und eine große Kleiderkammer im Keller, in der sich die Besucher neue Kleidung aussuchen können“, erklärt Jünemann. Um einer Wegwerfmentalität vorzubeugen, zahlen die Bedürftigen für die gespendeten Hosen, Pullover und ganz wichtig für den Winter: Jacken, nur wenige Euro.

Panama hilft mit viel Engagement den Bedürftigen, so gut es eben geht, durch den Winter in Kassel zu kommen.

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