Kein Weihnachtsmarkt in Kassel in diesem Jahr

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„Es liegt nach wie vor an jedem einzelnen, zur Bewältigung dieser sehr ernsten Lage beizutragen. Nur wenn wir zusammenhalten und solidarisch sind, schaffen wir diese Bewährungsprobe. Ich zähle auf Sie alle“, appelliert Oberbürgermeister Christian Geselle.

Mit Blick auf die am Mittwochabend verkündeten Leitlinien, auf die sich Bundesregierung und Bundesländer zur Eindämmung des Virus verständigt haben und die am Montag, 2. November, in Kraft treten sollen, sagt Kassels Oberbürgermeister Christian Geselleim EXTRA TIP-Interview: „Das Infektionsgeschehen ist leider auch in Kassel weiterhin auf einem hohen Niveau. Leider haben sich auch in unserer Stadt nicht alle Menschen an die Regeln gehalten."

Kassel.  Trotz der Maßnahmen, die Bund und Länder vor zwei Wochen vereinbart haben, steigt die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) inzwischen in nahezu allen Regionen Deutschlands mit exponentieller Dynamik an. Dies hat dazu geführt, dass bereits in zahlreichen Gesundheitsämtern eine vollständige Kontaktnachverfolgung nicht mehr gewährleistet werden kann, was wiederum zu einer beschleunigten Ausbreitung des Virus beiträgt. Aktuell verdoppeln sich die Infiziertenzahlen etwa alle sieben und die Zahl der Intensivpatienten etwa alle zehn Tage. Nach den Statistiken des Robert-Koch-Institutes sind die Ansteckungsumstände im Bundesdurchschnitt in mehr als 75% der Fälle unklar.

"Zur Vermeidung einer akuten nationalen Gesundheitsnotlage ist es deshalb nun erforderlich, durch eine erhebliche Reduzierung der Kontakte in der Bevölkerung insgesamt das Infektionsgeschehen aufzuhalten und die Zahl der Neuinfektionen wieder in die nachverfolgbare Größenordnung von unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche zu senken", beschlossen die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am Mittwoch.

ET: Herr Geselle, jetzt ist eingetreten, was niemand wollte: Der zweite Lockdown. Verkraften wir das?

Geselle: Zunächst einmal: Ich bin selbst enttäuscht darüber. Einige Menschen halten sich leider nicht an die Regeln. Infolgedessen ist das Infektionsgeschehen wieder stark angestiegen. Wir haben kein Regelungsdefizit in dieser Corona-Pandemie, sondern ein Befolgungsdefizit. Weil das in einigen Teilen der Bevölkerung so festzustellen ist, haben sich Bund und Länder jetzt für diesen schmerzhaften Einschnitt entschieden. Natürlich bringt dies auch wirtschafts- und gesellschaftspolitische Folgen mit sich. Da es jetzt eines einheitlichen Weges durch diese sehr schwierige Zeit bedarf, halte ich die Maßnahmen aber grundsätzlich für notwendig.

ET: Die Gastronomie hat alles unternommen, um die Hygienevorschriften einzuhalten, die Kultursparte hat enorme Anstrengungen auf sich genommen, um den Besuchern sichere Veranstaltungen zu bieten, KSV, Huskies und MT haben großartige und teure Konzepte entwickelt, die ungefährdete Heimspielbesuche zulassen. Alles für die Katz? 

Geselle: Ich habe volles Verständnis, dass sich diejenigen jetzt vor den Kopf gestoßen fühlen, die in dieser Corona-Pandemie alle Anstrengungen unternommen haben, um uns einen sicheren Besuch in Restaurant, Theater oder Stadion zu ermöglichen. Großes Lob an alle, die wirkungsvolle Konzepte erarbeitet und in den Gesundheitsschutz investiert haben. Es ist bitter, dass sie jetzt darunter leiden müssen, weil sich einige gedankenlos und unsolidarisch verhalten haben. Klar ist für mich, dass die betroffenen Akteure in dieser Lage unterstützt werden müssen. Ich appelliere an alle, sich solidarisch mit ihnen zu zeigen. Auch die Stadt Kassel wird natürlich wieder ihren Beitrag leisten.

Über zwei Millionen Besucher erwartet: Kasseler Märchenweihnachtsmarkt eröffnet

Nur die Fußbodenheizung fehlt noch! Die Grimms-Hütte bietet alles – vom leckeren Essen bis hin zu Glühwein, Schampus und beheitzbare Außenplätzen. Im Bild: Nina und Paul vom Grimms-Team. © Schaumlöffel
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Hat sichtlich Spaß: Kerstin aus Lippstadt gehörte mit zu den ersten Gästen der 70 Meter langen Märchenrutsche in der Treppenstraße. © Schaumlöffel
Marchenweihnachtsmarkt Kassel © Schaumlöffel
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Bieten am Friedrichsplatz leckere gebrannte Mandeln und mehr: Petra Schmidt, Macek Piatkovski und Florian Göttermann. © Schaumlöffel
Zur Sicherheit: Am Montag wurden am Königsplatz neue Poller installiert. © Schaumlöffel
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ET: Eine Frage, die uns mit Blick auf die besinnliche Zeit auch beschäftigt: Gibt es in diesem Jahr den Märchenweihnachtsmarkt in Kassel? 

Geselle: Wir haben lange abgewogen, ob der Weihnachtsmarkt in einem anderen Format doch noch stattfinden kann. Aber angesichts der momentanen Lage müssen soziale Kontakte möglichst geringgehalten werden. Mir ist es aber wichtig, dennoch eine weihnachtliche Atmosphäre in unserer Stadt zu erzeugen. Die Weihnachtsbeleuchtung wird gerade montiert, mit den Citykaufleuten und Schaustellern laufen Gespräche. Traditionen und christliche Werte sollen weiter gepflegt werden, sie geben uns schließlich Orientierung, Sicherheit und Halt. Das brauchen wir in dieser Zeit mehr denn je.

Städtische Einrichtungen schließen ab Samstag 

Der Inzidenz-Wert in Kassel ist trotz weiterer Einschränkungen weiterhin auf einem hohen Niveau. Die Stadt Kassel schließt deswegen bereits ab Samstag, 31. Oktober, nachfolgende städtische Einrichtungen:

• Sportanlagen und Sporthallen

 • Stadtmuseum

 • Naturkundemuseum

 • Stadtbibliothek

 • GRIMMWELT

 • Bürgerhäuser

 • Stadtarchiv

 • Auebad und Hallenbad Süd.

Alle bislang in städtischen Gebäuden geplanten Veranstaltungen müssen abgesagt und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Ausgenommen davon sind Wahlkreiskonferenzen politischer Parteien zur Vorbereitung der Kommunalwahlen am 14. März 2021.

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