Kippt Kassel die Kulturhauptstadt-Bewerbung?

Kassel. „In der nächsten Stavo-Versammlung soll über die Kulturhauptstadt-Bewerbung neu abgestimmt werden“, hat der EXTRA TIP erfahren.

Die Verantwortlichen im Rathaus vermissen offensichtlich die nötige Begeisterung für das Projekt in der Kulturszene.

„Kassel soll europäische Kulturhauptstadt werden.“ Das war die letzte große Vision, die der scheidende Oberbürgermeister Bertram Hilgen „seinem“ Kassel hinterlassen hat. Die nötigen personellen Weichenstellungen hatte er schon eingeleitet, die Vorgehensweise zusammen mit der damaligen Kulturamtsleiterin Doro-thée Rhiemeier vorgestellt.

Dorothée Rhiemeier hatte das Handtuch bekanntlich geworfen, nachdem ihr Traum, Kulturdezernetin zu werden, geplatzt war. Jetzt scheint auch die Bewerbung zur Kulturhauptstadt vor dem Aus zu stehen. In Kassel scheinen die Trauben nach der documenta und den Zusatzkosten höher zu hängen. „Die Ausgaben der anderen Kulturhauptstädte sind auch im Rathaus bekannt und wurden neu diskutiert“, erklärte ein Insider, der nicht genannt werden will. „Es wird darüber diskutiert, die Gelder anders einzusetzen. So soll insbesondere mehr Geld für die Schulen zur Verfügung gestellt werden.“

Doch die Verantwortlichen vermissen auch die nötigen Signale aus der Kulturszene, die mal wieder gründlich zerstritten sei. „Die „Gesetzten“ bezweifeln, dass uns dieser Titel soviel bringt wie erhofft und hätten lieber mehr Geld für ihre Häuser. Der freien Szene fehlen seit langem Räumlichkeiten. Sie möchten mehr Unterstützung. Und die Diskussion um den Obelisken war mehr als peinlich. Da wird ein documenta-Kunstwerk wie zur NS-Zeit als entstellte Kunst beschimpft, und die Kulturszene empört sich nicht geschlossen. Stellt sich nicht hinter das Kunstwerk. Das ist auch über Kassel hinaus ungläubig wahrgenommen worden“, so der Insider weiter.

Und wie soll es weitergehen? „Ich gehe davon aus, dass bei der nächsten Sitzung der Stadtverordneten das Thema auf die Tagesordnung kommt und beendet wird.“ Spannend wird die Abstimmung in der Stavo auf jeden Fall. Es ist bekannt, dass durchaus nicht alle Stadtverordneten sich von der Idee „Kulturhauptstadt“ trennen möchten. Ob es für eine Mehrheit für die Trennung von dieser Idee reicht?

Die Kulturdezernentin Susanne Völker wollte sich dazu nicht äußern.

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