Klare Sicht dank MitmachParcours: Shisha-Qualm hat keine Vitamine

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Unterstützen die Schüler während des Parcours: Mattias Wolf (KlarSicht), Lehrerin Iris Maurer (CSS), Carola Köster (Sucht-Beratungslehrerin CSS), Heike Walter (Drogenhilfe Nordhessen), Sebastian Tesch (KlarSicht) und Lehrerin Annette Menninger (CSS).

Ernüchterung auf ganzer Linie erfahren die jugendlichen Schüler, wenn der MitmachParcour „KlarSicht“ über die Gefahren von Alkohol, Tabak und Shisha aufklärt.

Kassel. Wie viele Zigaretten stecken in einem Shisha-Kopf? Wie viele schädliche Inhalte sind in einer Zigarette enthalten? Solche Fragen wurden Mitte der Woche den Jugendlichen der Carl-Schomburg-Schule gestellt. Die überraschenden Erkenntnisse: 50 bis 100 Zigaretten verstecken sich in einem Shisha-Kopf und eine Zigarette enthält 4.800 schädliche Stoffe.

Das verblüffte die 9. Klassen enorm. Zu Beginn des KlarSicht-MitmachParcours sollten alle durch das „Tor der Entscheidung” gehen und die Frage „Gehört Shisha rauchen zum Chillen dazu?“ beantworten, in dem sie einen Ball in jeweils eine Ja, Nein, Vielleicht Glasröhre stecken sollten. Das Ergebnis zu Beginn war ziemlich ausgeglichen zwischen allen drei Möglichkeiten. Nach der Beschäftigung mit den Inhalten der Aufklärungsaktion sah die Verteilung meist anders aus. Gerade das Shisha rauchen ist bei vielen Jugendlichen beliebt, obwohl es eigentlich auch erst ab 18 Jahren erlaubt ist (siehe Info-Kasten). Durch den leckeren Geruch und das einfachere Inhalieren entsteht der Irrglaube, dass es gar nicht so schlimm sei. „In Shisha-Tabak sind Vitamine, weil da ist ja Obst drin“, hat Heike Walter von der Drogenhilfe Nordhessen schon einmal gehört. Leider völliger Quatsch. Doch viele Schüler der Carl-Schomburg-Schule sind sich auch einig: Wer Zigaretten oder Shisha raucht, ist nicht cool. Und auf solche Erkenntnisse zielt KlarSicht ab. Der Mitmach-Parcours KlarSicht der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gibt Jugendlichen die Gelegenheit, sich mit dem Thema Alkohol und Nikotin auseinanderzusetzen. Letzte Woche machte der Parcours Station am Goethe-Gymnasium II.

Fadime Feyza Kutlu (li.) und Rabia Topci schließen sich den Meinungen ihrer Klassenkameradinnen an und weisen auf die schädlichen Auswirkungen des Rauchens hin.

Das Konzept des Mitmach-Parcours erläutert Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA: „Der Parcours ist ein auf Jugendliche zugeschnittenes Präventionsangebot. Schüler werden an den Lernstationen selbst aktiv und setzen sich in Rollenspielen, einer Talkshow und Diskussionen mit dem Thema Alkohol und Tabak auseinander. So lernen sie gleichzeitig, ihr eigenes Konsumverhalten zu reflektieren.“

Am Goethe-Gymnasium II trafen insgesamt 300 Schüler des GGs und der benachbarten Carl-Schomburg-Schule auf die Moderatoren des Parcours. Sie werden dabei von Suchtpräventionsfachkräften der Drogenhilfe Nordhessen, Jugend- und Gesundheitsamt und der Polizei unterstützt.

EXTRA INFO: Schädliche Shisha

Besonders bei Jugendlichen ist die Shisha sehr beliebt. In geselliger Runde wird sich getroffen, zusammen raucht man dann die Wasserpfeife. Der Tabak bei der Shisha ist mit fruchtigen Aromen zugesetzt, die den Tabak weitaus schmackhafter machen, als normalerweise üblich. Genau darin sehen jedoch Experten und Mediziner das Problem. Denn gerade weil der inhalierte Tabak bei einer Shisha nicht bitter schmeckt, kann eine Wasserpfeife als sogenannte Einstiegsdroge dienen. Gesundheitliche Risiken einer Shisha werden durch den Geschmack und den Geruch weitestgehend unterschätzt. So wissen auch viele Eltern nicht, dass Wasserpfeifen schädlich sein können. Doch genau wie bei Zigaretten können ebenso im Tabak einer Shisha gesundheitsgefährdende Substanzen wie etwa Nikotin, Kohlenmonoxid, Teer, Blei oder Nickel enthalten sein. Wer täglich eine Shisha raucht, weist einen Cotiningehalt im Urin auf, der etwa dem von 10 gerauchten Zigaretten entspricht. Quelle: www.gesundheit.de

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