Klassischer Tanzkurs stirbt aus: Jugendliche bevorzugen moderne Konzepte

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Tanzlehrer Ingo Meyerrose hat früh die Zeichen der Zeit erkannt und den Unterricht an seiner Tanzschule entsprechend gestaltet.

Jugendliche haben kaum noch Interesse an einem klassischen Tanzkurs. Kasseler Tanzschulen reagieren auf die Entwicklung.

Kassel. Discofox, Rumba, Wiener Walzer: Der Weg in die Erwachsenenwelt wollte auch auf dem Tanzparkett vollzogen werden. Also ging es nach der Konfirmation oder vor dem Abitur in die Tanzschule. Über viele Jahrzehnte hielt sich die Tradition – und hat nun ein jähes Ende gefunden. Trotz Fernsehformaten wie „Let’s dance“ geht das Interesse junger Menschen am klassischen Tanzkurs seit Jahren so stark zurück, dass sich Tanzschulen neue Wege überlegen müssen.

„Ein Jugendlichentanzkurs ist eine Erfindung des 19. Jahrhunderts und bis vor 20 Jahren lief das auch noch so – aber dann ebbte die Beliebtheit zunehmend ab“ sagt Eckhard Seyler, Inhaber der Tanzschule Seyler. „Es besteht so wenig Interesse, dass wir gar keine Jugendtanzkurse mehr anbieten“, erzählt er weiter. Als Grund nennt er den Wandel der Musikrichtungen, die sich in den letzten Jahren stark verändert hätten.

Auch die Tanzschule „Enjoy“ in der Frankfurter Straße bietet keinen klassischen Paartanz mehr an. Laut Mitarbeiterin Mary Jay Wudy seien Jugendliche noch am Tanzen interessiert, aber es seien deutlich mehr Mädchen, die sich zu einem Kurs anmelden wollen. „Die Ursachen für den Anmeldungsrückgang, den wir in den letzten Jahren speziell bei männlichen Jugendlichen beobachtet haben, ist nicht das fehlende Interesse. Viele Jungs werden von ihren Freunden ausgelacht wenn sie erzählen, dass sie einen Tanzkurs besuchen und trauen sich einfach nicht mehr, ihren Interessen nachzugehen“, meint Mary Jay Wudy.

Den Fokus aufs Moderne legen – damit will die Tanzschule „Meyerrose – tanzen und mehr“ dem mangelnden Interesse der jüngeren Generation entgegenwirken. „Der klassische Paartanz ist nicht mehr das, was die Jugendlichen wollen. Deshalb machen wir hier alles in einem sehr modernen Ambiente – man passt sich an“, sagt Inhaber Ingo Meyerrose.

„Tanzen ist immer noch beliebt“

Der Tanzlehrer, der seine Ausbildung in einer konservativen Tanzschule in Bonn machte, ist sich nach wie vor sicher, dass das traditionelle Konzept nicht das Richtige ist. Mit der Vision eines modernen und innovativen Unterrichts eröffnete er 2005, zusammen mit seiner Frau Steffi, die Tanzschule hinter der Komödie. „Die Eltern sind heute nicht mehr so erpicht darauf, ihre Kinder zu einem Tanzkurs zu schicken; aber Tanzen ist immer noch absolut in. Mit einem jungen Team von Tanzlehrern bewegen wir uns hier zu frischer Musik und da kann man Paartanz auch zu aktueller Musik von „Coldplay“ und Co. unterrichten“, erklärt Meyerrose.

Auch er bestätigt einen Interessensrückgang von Jugendlichen und ist davon überzeugt, dass es am Zeitmangel der Schüler durch langen Nachmittagsunterricht liegt. Außerdem seien die meisten Jugendlichen in der heutigen Zeit viel mit dem Computer beschäftigt, anstatt sich zu bewegen. Dem tritt die Tanzschule Meyerrose mit vielen spannenden Konzepten für die junge Generation entgegen. „Wir veranstalten regelmäßig eine Jugenddisco und ein Mal im Jahr gibt es einen traditionellen Ball, der aber auch über eine originelle Disco Area verfügt. Darauf freuen sich die Jugendlichen dann immer besonders“, so Meyerrose.

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