Kommentar: Dornröschen und der Plüschtiergreifer

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So schön empfängt der "Weihnachtsmarkt" vor dem Kulturbahnhof die Kassel-Besucher. Foto: Feldle

EXTRA TIP-Redaktionsleiter Victor Deutsch hat sich dem "Weihnachtsmarkt" vor dem Kulturbahnhof angenommen.

Kassel. Das Knirschen der Zähne im Büro von Kassel-Marketing dürfte locker die wohlbekannten Weihnachtsmelodien in der Innenstadt übertönen. Da hat man sich im Laufe der vergangenen Jahre doch wirklich ins Zeug gelegt, um den Kasseler Weihnachtsmarkt auf Königs- und Friedrichsplatz als touristisches Aushängeschild zu etablieren.

Gemeinsam mit den Schaustellern entwickelte man ein einheitliches Bild der Buden, prüfte das Angebot und sonderte auch so manche Scheußlichkeit aus. Dass Nordhessens Kulturgut, eine gute grobe Bratwurst, noch immer Seltenheit ist, steht auf einem anderen Blatt. Zu recht kann man also auf diesen Weihnachtsmarkt stolz sein. Und  freut sich auf die vielen Hunderttausend Menschen, die ihn in diesem Jahr besuchen werden.

Das erste, was viele der Auswärtigen auf ihrem Weg nach Kassel sehen, wird schockierend sein. Denn auf dem Vorplatz des Kulturbahnhofs wurde ein erster Vorposten vorweihnachtlicher Glühwein- und Pommes-Kultur aufgeschlagen. Der, von privater Hand  mit der Deutschen Bahn als Vermieter organisiert, vieles von dem bietet, was man doch erfolgreich vor die Tore der Stadt verbannt sah. So empfängt an prominenter Stelle eine ganze Batterie Plüschtiergreif-Automaten  die Weihnachtsmarkt-Touristen, die doch eher Dornröschen erwartet hatten.

Da darf man vor Verzweiflung  in Frau Holles Kissen heulen, angesichts dessen was da passiert. Wenn ein gutes Stadtmarketing da aufhören muss, wo die Bahn die Finger im Spiel hat. Nicht das erste Mal übrigens, dass man der Stadt die Knüppel zwischen die Beine warf: Schon die langwierige – und noch immer nicht abgeschlossene Fassadensanierung – des Bahnhofsgebäudes war eine Farce.Ihre Meinung?  deutsch@ks.extratip.de

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