Kommentar zur geplanten documenta-Ebene in der Neuen Galerie

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Eine komplette Etage in der Neuen Galerie in Kassel soll künftig der documenta gewidmet werden. Damit würde auch zwischen den Ausstellungsjahren die documenta in ihrer Bedeutung erlebbar sein.  Die Museumslandschaft Hessen-Kassel hat zu einer Spendenaktion aufgerufen.

"So weise, so richtig, so gut" findet EXTRA TIP-Redaktionsleiter den Plan der Museumslandschaft Hessen-Kassel. Und öffnet sich mit dem Vorhaben nicht sogar eine Tür in Richtung documenta-Institut?

Die documenta auch zwischen den Ausstellungen in Kassel erlebbar machen: Eine Hoffnung, die mit dem geplanten documenta-Institut nach langen Jahren endlich erfüllt werden soll. Doch während bei diesem Groß-Projekt die inhaltliche Ausrichtung im Hinblick auf öffentliche Präsentation weiter vage ist und auch die Standort-Diskussion noch nicht mal neue Fahrt aufgenommen hat, setzt die Museumslandschaft Hessen-Kassel in erfreulicher Zusammenarbeit mit dem documenta-Archiv ein Zeichen: Die Neue Galerie, seit jeher Heimat moderner Kunst und auch etlicher Ankäufe aus zurückliegenden Kasseler Weltkunst-Ausstellungen, räumt der documenta eine komplette Etage ein.

Da dürften die Touristiker jubeln und auch die Kasseler dankbar sein, dass sie endlich den Besuchern „ihre“ documenta in angemessener Form zeigen können. Beim Himmelsstürmer am Kulturbahnhof starten und die Achse über die Treppenstraße und dem Obelisken über Schüttes „Die Fremden“, den Beuys-Bäumen und Erdkilometer, über Kirkeby-Raumskulptur und den Rahmenbau der Künstlergruppe Haus-Rucker-Co zu Penone-Baum und Spitzhacke schlendern – und dann nach sportlichen Anstieg zur Schönen Aussicht die Jahre der documenta in der Neuen Galerie Revue passieren lassen – ein Erlebnis!

Das ambitionierte Vorhaben verdient jede Unterstützung. Und so ist der Spendenaufruf nicht nur ein Appell an finanzkräftige Kulturförderer. Er bindet die Kasseler auch ganz bewusst ein. Denn bei allem Mähren und Streiten über dies und jenes in den 100-Tage-Ausstellungen – ein bisschen und auch ein bisschen mehr ist doch jeder hier stolz auf diesen besonderen Schatz. Ihn künftig dauerhaft in der Neuen Galerie funkeln zu sehen, ist einfach toll!

Und vielleicht hat man auch eine Tür aufgestoßen, durch die gemeinsam zu schreiten es sich lohnen würde – für die Stadt und das Land Hessen als Gesellschafter der documenta GmbH. Dem einen gehören die Werke, dem anderen das Gebäude. Man sollte mal miteinander sprechen.

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