Kommentar zu Müll, Dreckmachern und einer sauberen Stadt

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Sieht man nie auf den Entwurfsskizzen neuer Parks und Plätze: Das, was die Benutzer dort zu gerne hinterlassen.

Redaktionsleiter Victor Deutsch schreibt über das unschöne Bild, das die Stadt gerade in den warmen Monaten abgibt. Und über Veranwortung, die auch jene übernehmen müssen, die von "Aufenthaltsqualität" innerstädtischer Parks und Plätze gerne schwärmen.

In einer perfekten Welt würde das Bild fröhlich feiernder Menschen nahtlos übergehen in das von sauberen Plätzen und Wiesen, sorgfältig genutzter Papierkörbe und achtsam aufgesammelter Scherben. In einer perfekten Welt würden aber auch die Menschen nicht falsch parken oder zu schnell fahren. Diese Welt würde ein bisschen so aussehen, wie die Entwurfsskizzen von Architekten und Landschaftsplanern, wenn ihre Visionen für Parks und Plätze bildlich gemacht werden. Dort spielen fröhliche, saubere Kinder. Und Erwachsene flanieren Arm in Arm und betrachten interessiert Bäume und Blumen. Sehr sauber, etwas langweilig – und an der Realität ziemlich weit vorbei. Im Wunschtraum, die Menschen würden die Plätze so nutzen, wie es die Skizzen zeigen, reicht dann auch mal ein einziger Mülleimer. Denn die Verantwortung des Einzelnen für seine Hinterlassenschaften gibt es heute schon längst nicht mehr. Da erscheint es als wenig zeitgemäß, dass ausgerechnet der Sonntag von der Straßen- und Park-Reinigung ausgenommen wird. Und der Einsatz der Ordnungsamt-Mitarbeiter um 24 Uhr endet. Denn genau dann entsteht das Bild vermüllter Plätze und Parks, das bei Einheimischen und Touristen für Kopfschütteln sorgt. Wer es nicht glaubt, dem sei ein nächtlicher Spaziergang und eine morgendliche Runde empfohlen. Wege, über die die Stadt für Mitarbeiter von Ordnungsamt und Stadtreinigung zwangsläufig mal nachdenken müssen. Leider. Denn die Verursacher der unschönen Müllplätze haben das Denken schon lange eingestellt.

Hier der Artikel dazu:

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