Das kommt nicht in die Tonne: Kasseler Foodsharer retten Lebensmittel

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Iwan Schober (li.) von der Bahnhofsmission freut sich über die Mengen an Gebäck, die die Foodsaver Nils Rohark-Schünemann, Jana Kellner und Kathrin Moggert ihm bringen. Jeweils fünf bis sechs Brötchen können sich Bedürftige dort holen und in der Regel sind die Unmengen an Backwaren am nächsten Tag schon abgeholt wurden.

Foodsharing macht sich dafür stark, dass Verbraucher möglichst wenig Lebensmittel in den Müll geben müssen. Auch in Kassel werden täglich Unmengen gerettet.

Kassel. Drei große Kartons und drei riesige Tüten sind prall gefüllt mit Brötchen, Brot und Gebäckstückchen. Die Foodsaver Nils Rohark-Schünemann, Jana Kellner und Kathrin Moggert haben diese Mengen an Backwaren vor der Mülltonne gerettet. Drei Mal die Woche, teils bis zu täglich, sind Foodsaver in Kassel unterwegs und holen nicht mehr verkaufsfähige Lebensmittel ab. Seien es Backwaren, Joghurts und Salate von Supermärkten, Bäckereien, aber auch von Privatpersonen, die beispielsweise in den Urlaub fahren. Die Lebensmittel werden im Fairteiler im AStA an der Uni Kassel in der Nora-Platiel-Straße 2 deponiert. Während der Öffnungszeiten vom AStA ist der Raum mit Kühlschrank geöffnet, so dass sich jeder bedienen kann. Einzig zwei No-Gos gibt es für Abholer: das Essen darf nicht weggeschmissen oder weiterverkauft werden.

Unmengen Lebensmittel landen in der Tonne

Foodsharing macht sich dafür stark, dass Verbraucher möglichst wenig Lebensmittel in den Müll geben müssen. Denn laut Verbraucherzentrale landen Jahr für Jahr in Deutschland 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Wert von circa 25 Milliarden Euro im Müll - obwohl sie größtenteils noch genießbar sind. Dagegen setzen sich Nils Rohark-Schünemann, einer von zwei Botschaftern des Foodsharing in Kassel mit 230 weiteren Foodsavern ein. Sie holen Lebensmittel ab, bringen sie in den AStA, kontrollieren die Spenden und verteilen bei größeren Abholungen die Lebensmittel an soziale Einrichtungen wie die Bahnhofsmission.

„Foodsharing ist keine Konkurrenz zur Tafel, sondern eine Ergänzung. Die Tafel hat immer Vorrang. Uns geht es darum, die Lebensmittelverschwendung zu bekämpfen und die Leute für das Thema zu sensibilisieren,“ so der Koordinator Rohark-Schünemann, der die Abholungen organisiert, die ehrenamtlichen Helfer anleitet und für Fragen zuständig ist. „Es wäre schön, wenn wir in Kassel noch weitere Fairteiler-Stellen hätten, wo man Lebensmittel abgeben und sich Leute Joghurt und Co. abholen könnten. Eine Institution oder Unternehmen, welches gute Öffnungszeiten hat und vielleicht einen Kühlschrank aufstellen möchte, wo man Lebensmittel lagern kann. Momentan ist der AStA die einzige Anlaufstelle. Denn die Nachfrage ist groß. Oftmals sind die Spenden schon am nächsten Tag weg.“ Auch Helfer werden gesucht, die auf ehrenamtlicher Basis bei den Abholungen helfen. Dabei kann man selbst entscheiden, wie häufig man auf ‘Rettungsmission’ gehen möchte. Nach drei Probe-Abholungen in Begleitung und einer Hygieneschulung können sie dann aktiv gegen die Verschwendung von Essen helfen.

So geht’s

Registrieren kann man sich hier. Dort kann man schauen, wo und wann Lebensmittel abgeben werden oder auch selbst Essenskörbe zusammenstellen und an die Foodsaver übergeben.

Unmengen an Backwaren werden jeden Abend nach Verkaufsschluss entsorgt - obwohl sie noch genießbar sind. Dieser Karton konnte an die Bahnhofsmission übergeben werden.

Foodsharing in Kassel und Sommerfest

In Kassel wurden in 2,5 Jahren bereits 33.152 kg Lebensmittel bei 2.029 Rettungs-Einsätzen gerettet (Stand Mitte August 2017). Momentan sind in Kassel 231 Foodsaver registriert.  Weitere Infos über die Foodsharing Kassel Facebook-Seite und über kassel@lebensmittelretten.de. Jeden ersten Dienstag im Monat findet um 18.30 Uhr im 1. Stock des Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Mönchebergstraße 29 der Foodsaver-Stammtisch statt.

Am Dienstag, 5. September, findet ab 18 Uhr am Café Desaster an der Uni das Sommerfest des Foodsharing statt, wo bei einer „Küche für alle“ gemeinsam gekocht wird.

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