Das Korsett gesprengt und jetzt Bodybuilderin: Larissa Reinelt hat es in die Profiliga geschafft

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Stolz auf die Elite Pro Card: Larissa Reinelt alias larrylifts hat es nun in die Profiliga geschafft.

Anhand ihrer körperlichen Beschwerden, die Larissa Reinelt hatte - und teilweise noch hat - hätte wohl niemand gedacht, dass die Kasselerin einmal professionelle Bodybuilderin wird.

Kassel. Eine Stunde Kraftsport, zügiges Spazierengehen vor der ersten und der letzten Mahlzeit, frisch und hochwertig nach Ernährungsplan kochen und dann noch eine halbe Stunde Posing vor dem Spiegel üben – so sieht die Vorbereitung bei der Kasselerin Larissa Reinelt aus. Denn die 25-Jährige steht rund vier Mal im Jahr auf der Bühne und nimmt an Amateur Bodybuilding-Wettkämpfen in der Figurklasse der IFBB (International Federation of Bodybuilding and Fitness) teil. Und das mit Erfolg! Bei ihrem letzten Wettkampf Ende November in Prag gewann sie nicht nur den Diamond Cup, sondern erarbeite sich mit ihrem Sieg auch eine Pro Card, die Eintrittskarte in die Profiliga.

„Ich habe nun ein Jahr Zeit, um mir zu überlegen, ob ich die Pro Card annehmen möchte. Denn wenn ich einmal in die Profiliga aufgestiegen bin, gibt es kein zurück mehr in den Amateur Bereich“, erzählt Reinelt, die nicht nur Wirtschaftsrecht studiert, sondern auch als Trainer und Coach selbstständig ist und andere Sportler auf Wettkämpfe vorbereitet. Auch bei Instagram gibt sie als ‚larrylifts‘ Einblicke in ihren Trainingsalltag und vermittelt Wissen rund um das Thema Kraftsport. „Meine Eltern hatten früher ein Fitnessstudio, doch damit hatte ich eigentlich nichts am Hut. In meiner Jugend spielte ich lieber Handball, bis mich Bänderrisse zum Aufhören zwangen.“ Doch das waren nicht die einzigen körperlichen Beschwerden. Larissa Reinelt leidet unter Skoliose (einer fehlgewachsenen Wirbelsäule) und Scheuermann (Wachstumsstörung der jugendlichen Wirbelsäule), muss lange Zeit ein starres Korsett aus Plastik tragen und zur Physiotherapie.

Vom Amateur zum Profi

Larissa Reinelt aus Kassel belegt auf der Weltrangliste in der Figurklasse Platz 7.

„Erst als ich kein Handball mehr spielen konnte, entdeckte ich den Kraftsport für mich und entwickelte die Leidenschaft fürs Bodybuilding.“ 2015 bestreitet sie ihre ersten Wettkämpfe, sammelt Punkte und Erfahrungen. Auf der Amateur Weltrangliste belegt sie momentan Platz 7. In der Vorbereitungsphase gibt es keine Ausnahmen, in der Woche vor den Wettkämpfen muss selbst das Salz am Essen abgewogen werden und sie trinkt schon mal bis zu zehn Liter am Tag. Dass das nicht gesund ist, weiß sie. „Das ist extrem für den Körper und daher absolviere ich auch bewusst nur maximal vier Wettkämpfe im Jahr, lasse alle vier Wochen meine Blutwerte checken und habe einen Trainer an meiner Seite, der mich und meinen Körper gut kennt“, so die Kasselerin. Auf die Frage, ob sie sich schon für oder gegen die Profiliga entschieden hat, antwortet Larissa mit „Ja, ich werde die Pro Card annehmen und ab 2021 in dieser Liga antreten. Dort erwartet mich eine ganz andere Konkurrenz, es gibt mehr Preisgelder und auch viele Möglichkeiten in Richtung USA, wo der Bodybuildingsport populärer ist.“ 2020 wird sie nicht nur zur Profiliga ‚Ja‘ sagen, sondern auch kirchlich heiraten, die Flitterwochen stehen an, die Bachelorarbeit muss geschrieben werden und dann natürlich auch die Vorbereitung auf die neue Herausforderung.

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