Krise geht weiter: SMA entlässt 600 Mitarbeiter

+

Niestetal. Solar-Riese muss Umsatz- und Ergebnisprognose deutlich senken. Bis Ende 2015 droht 600 Mitarbeitern weltweit die Kündigung.

Niestetal. Schlechte Nachrichten aus Niestetal: Der Solartechnik-Spezialist SMA senkt seine Umsatz- und Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich und schließt einen Verlust nicht mehr aus. Wie der Vorstand in einer Presseerklärung mitteilt, rechnet SMA für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatz zwischen 850 Mio und 950 Mio. Euro. Ursprünglich war der Vorstand von einem Umsatz von1,0 Mrd. Euro bis 1,3 Mrd. Euro ausgegangen. Im besten Fall rechnet der SMA Vorstand mit einem ausgeglichenen Ergebnis. Beim unteren Ende der Umsatzprognose wären das  45 Mio. Euro.

Die Folge: Bis Ende 2015 sollen 600 Mitarbeiter weltweit entlassen werden. Der Stellenabbau werde zum Teil durch das Auslaufen von befristeten Verträgen und "natürliche Fluktuation" realisiert. Darüber hinaus sollen Maßnahmen für den Abbau von 400 Mitarbeitern in den Bereichen Vertrieb, Operations und der Verwaltung definiert werden."Um einen nachhaltigen Ertrag zu erwirtschaften, muss SMA deshalb noch stärker als bisher geplant die Kosten reduzieren. Wir bedauern sehr, dass ein weiterer Mitarbeiterabbau im In- und Ausland aufgrund der Marktveränderungen unvermeidbar ist", so SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon.

Weltweite Nachfrage stagniert

Schuld  am drastischen Umsatzrückgang ist die weltweit stagnierende Nachfrage nach Solarstromsystemen. Insbesondere in den Kernmärkten Europas ist die Nachfrage aufgrund von weiteren Förderkürzungen noch stärker als erwartet eingebrochen, so Urbon. Die nächsten Monate werden sich nach Einschätzung des SMA Vorstands deutlich dynamischer entwickeln als die erste Jahreshälfte 2014. Zu den wichtigsten Auslandsmärkten zählen 2014 Nordamerika, Japan und China. Diese Märkte werden voraussichtlich 60 Prozent des Weltmarkts auf sich vereinen. Der Verdrängungswettbewerb führt zu einem weiterhin hohen Preisdruck in der Branche", sagt SMA Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon.

Neue Wechselrichter-Generation soll auf den Markt kommen

Um zur nachhaltigen Profitabilität zurückzukehren, will SMA bis Ende 2015 die ersten Produkte einer neuen SMA Wechselrichter-Generation in den Markt einführen; gleichzeitig soll das Entwicklungsbudget reduziert und  Herstellungskosten gesenkt werden. Dabei werde SMA auch die Entwicklungs- und Einkaufskapazitäten der chinesischen Tochtergesellschaft Zeversolar nutzen, so Urbon.

Mit der Umsetzung der geplanten Maßnahmen sieht der Vorstandssprecher SMA für die Zukunft gut aufgestellt: "Als Spezialist für Systemtechnologie und globaler Marktführer bietet SMA ganzheitliche Lösungen in allen Leistungsklassen an. Mit der geplanten Produktoffensive und den strukturellen Anpassungen werden wir die Voraussetzungen dafür schaffen, auch in einem herausfordernden Marktumfeld attraktive Margen zu erwirtschaften", so Urbon. Für 2014 erwartet SMA  einen leichten Marktanteilsgewinn auf weltweit mehr als 15 Prozent. Zusätzliche Umsatzimpulse würden zukünftig auch vom Servicegeschäft und dem PV-Diesel-Hybrid-Geschäft ausgehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Rotes Käppchen, blauer Bart: Neue Ausstellung in der Grimmwelt

Am Mittwoch startet die Sonderausstellung ‚Rotes Käppchen, blauer Bart – märchenhafte Farben und Experimente‘ in der Grimmwelt, bei der Besucher nicht nur Rotkäppchens …
Rotes Käppchen, blauer Bart: Neue Ausstellung in der Grimmwelt

Zeugen gesucht: Dieb stößt Frau zu Boden und entreißt Handtasche

Eine 48-jährige Frau wurde am Montagmorgen im Kasseler Stadtteil Vorderer Westen Opfer eines Handtaschenraubes. Der Täter konnte flüchten.
Zeugen gesucht: Dieb stößt Frau zu Boden und entreißt Handtasche

Feuer greift  von Mülltonnen auf Hausfassade über

Experten gehen bei Vorfall in Rothenditmold von Brandstiftung aus
Feuer greift  von Mülltonnen auf Hausfassade über

Streit wegen Lärm vor Mehrfamilienhaus eskaliert: Bewohner verletzt Mann mit Messer

Der Streit um die Lautstärke einer größeren Personengruppe eskalierte am gestrigen Sonntagabend gegen 18 Uhr vor einem Mehrfamilienhaus am Holländischen Platz in Kassel.
Streit wegen Lärm vor Mehrfamilienhaus eskaliert: Bewohner verletzt Mann mit Messer

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.