Von kultig bis kurios: VW-Fans trafen sich beim Werk34

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Hatten nach Staufenberg zum Treffen eingeladen: Die Werk34-Chefs Gerald Heussner und Florian Töpperwien mit einem Golf 1 GTI. Fotos: Bremmer

Tiefer, breiter, härter, schneller lautet das Motto in der Tuningszene. Das konnte man beim VW-Treffen am „Werk34“ in Staufenberg nicht übersehen.

Von JONAS BREMMER

Staufenberg. Tiefer, breiter, härter, schneller lautet das Motto in der Tuningszene. Das konnte man am vergangenen Samstag am "Werk34" in Staufenberg nicht übersehen.

Dort kamen zahlreiche Tuningbegeisterte zusammen, um ihre Autos vorzuführen und über die neuesten Umbauten zu fachsimpeln. Aber auch Freunde von Old- und Yountimern kamen auf ihre kosten. Denn bei dem Treffen ging es nicht nur um Fahrzeuge, die möglichst aufwendig umgebaut und optimiert sind, sondern auch um den Erhalt der Klassiker.

Eine Gemeinsamkeit war jedoch gegeben, denn die Fahrzeuge stammten allesamt aus dem Hause VW. Von der Rennsemmel bis zur Familienkutsche aus den 70er-Jahren, vom Militärfahrzeug bis zum T1-Bus, dem Symbol der "Love and Peace"- Generation. Ob kurios oder einfach nur kultig, es war alles vertreten. "Das Treffen dient als Dankeschön an unsere Kunden und Freunde", sagte Florian Töpperwien, einer der beiden Geschäftsführer vom Werk34. Töpperwien und sein Partner Gerald Heussner betreiben das Geschäft nun schon seit 30 Jahren. Sie handeln mit Ersatz- und Tuningteilen für VW. "Unser Kerngeschäft sind die Modelle der Baujahre 1945 bis 1995", erzählte Töpperwien, "aber wir können auch Teile von allen anderen Modellen besorgen." Mit ihren 30 Mitarbeitern betreiben Heussner und Töpperwien den Laden in Staufenberg und zählen mit einer Lagerfläche von 9000 Quadratmetern mittlerweile zu den größten VW- Ersatzteilehändlern Europas.

"Hier trifft sich die Szene und unsere Stammkunden nehmen teilweise eine Anfahrt von über 250 Kilometern in Kauf", sagte Töpperwien, "deswegen veranstalten wir einmal im Jahr ein Treffen, um unseren Dank auszudrücken." Bei Gegrilltem und einem leckeren Kaltgetränk bot sich den Besuchern somit die Gelegenheit, um ihre Schätze vorzuführen und über die neusten Trends und Umbauten zu fachsimpeln. "Uns ist der Kundenkontakt sehr wichtig und wir hoffen, dass wir durch diese Treffen unseren Kunden und Freunden ein bisschen was zurückgeben können", sagte Töpperwien. Leider spielte das Wetter an diesem Tag nicht so mit, wie es sich die Veranstalter gewünscht haben, wodurch einige Leute nicht gekommen sind. "Das ist wirklich schade, denn schon bei ersten Tropfen holen manche ihr Schätzchen schon nicht mehr aus der sicheren Garage", sagte Töpperwien. Umso mehr hat die Veranstalter gefreut, dass dann doch einige Besucher ihre Autos ausgestellt haben und Einblicke in die hineingesteckte Arbeit gewährt haben. Auch Töpperwien und Heussner sind begeisterte Bastler, was vor 30 Jahren überhaupt erst zur Gründung des Ladens geführt hat. "Damals gab es kaum einen Laden, in dem man Tuningteile bekommen konnte", erzählt Töpperwien. "Wir waren Autoverrückte und haben uns überlegt einfach selbst einen Laden zu eröffnen. Der Rest ist Geschichte.

Nach mehreren Vergrößerungen stehen wir jetzt da wo wir sind und können stolz auf unsere Firmengeschichte zurückblicken", sagte der gelernte Kfz-Mechaniker. Und auch heute noch sind die beiden begeisterte Autobastler, die immer neue Projekte in Angriff nehmen. Das derzeitige Projekt von Töpperwien ist ein Käfer, den er zum Rallyefahrzeug umbaut. Das hört sich im ersten Moment kurios an und der Käfer sieht auch kurios aus, aber der Hintergrund ist ein anderer als nur die reine Umbaufreude. "Mit dem Käfer will ich im kommenden Jahr an einer Charity-Rallye in Gambia teilnehmen", erzählt er. Die Rallye wird von der Organisation "Drive to help" organisiert und soll Spendengelder für die Flüchtlingshilfe generieren. Mit diesen Geldern soll den Flüchtlingen in Gambia vor Ort geholfen werden, damit sich die Flüchtlinge auf der Suche nach Hilfe nicht mehr auf die gefährliche Reise Richtung Europa machen müssen. Ein tolles Projekt, das beim VW-Treffen ebenfalls eine kleine Bühne bekommen hat.

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