Die Kunst des Tätowierens: Nils Vogel bringt Motive unter die Haut

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Beim Stechen seiner Motive ist Nils zu 100 Prozent bei der Sache. Auch, wenn er mal nicht im gewohnten Studio sticht: Hier ist er im „Bei Unz“ zu sehen, wo neben Drinks auch mal Tattos verteilt werden.

Nils Leidenschaft geht unter die Haut. Seit zwei Jahren verewigt der junge Tattookünstler graphisch-geometrische Motive unter der Haut seiner Kunden und definiert sich einen eigenen Stil.

Kassel. Seit seinem Praktikum 2015 in einem Kasseler Tattostudio ist sich Nils der Sache sicher: „Ich will nichts anderes mehr machen“, sagt der in Kassel geborene und aufgewachsene Nils Vogel über seinen Beruf als Tätowierer. In seinem Fall kann man allerdings von Berufung sprechen. Auch wenn der Wunsch zu Tätowieren erst nach seiner Ausbildung zum Werbetechniker kam, hatte Nils schon immer eine große Leidenschaft für das Zeichnen. Als Schüler war er dafür sogar bereit, Einträge ins Klassenbuch hinzunehmen, wenn er dafür nur weiterhin in seinen Heften üben und an seinen Zeichnungen feilen konnte. Aus der Unsicherheit, wie es nach der Ausbildung weitergehen sollte, traf er die Entscheidung für das Praktikum. Im Tattoostudio fühlt Nils sich gut aufgehoben, denn hier kann er Leidenschaft und Beruf vereinen und seine Liebe zum Beruf an andere weitergeben: „An meiner Arbeit schätze ich besonders, dass ich Menschen meine Bilder unter die Haut bringen darf und sie die somit für immer bei sich tragen.“ Für Nils bedeutet die Arbeit als Tätowierer das Umsetzen und Verwirklichen künstlerischer Arbeit. „Tätowieren ist ab einem gewissen Punkt natürlich auch Kunst“, so Nils, als er über die eher schlechten Seiten seines Berufs nachdenkt. Denn er kritisiert, dass man als Tätowierer meist als Dienstleister gesehen wird, nicht aber als Künstler.

Jeder hat seinen eigenen Stil

Die Qualität der Arbeit eines Tätowierers wird über den Stil und die eigene, persönliche Umsetzung von Kundenideen bestimmt. Denn an genau dieser Stelle wird unterschieden, welcher Tätowierer einen Beruf ausübt und welcher seine Berufung gefunden hat. Hier grenzt sich Nils bewusst von all jenen Dienstleistern ab, die „einfach alles stechen“. Er selbst beschreibt seinen Stil als graphisch und geometrisch. Seine Motive zeichnet er vor allem in feinen Linien und setzt bei größeren Flächen auf Dotwork – eine Technik, bei der man statt mit flächendeckender Farbe die Bereiche mit filigran gesetzten Punkten füllt. Dabei distanziert sich der junge Tattookünstler klar von Trendtattoos, wie zum Beispiel dem „Maori“-Tattoo. Sie bestehen aus komplexen, geometrische Mustern. „Gerade bei Männern sind die Maoris beliebt. Sie stammen aus der Kultur der polynesischen Stammesvölker und jede Anfertigung trägt eine tiefe, individuelle Bedeutung. Da sie hier aber einfach nur als modisches Muster gesehen werden, tätowiere ich sie nicht. Aus Respekt vor der Kultur.“ Mittlerweile ist Nils fester Bestandteil des Kasseler „Hautnah“-Studio-Teams. Die Kunst gilt bei Hautnah als oberste Priorität. Dementsprechend professionell sehen die Arbeiten und Stilrichtungen der Hautnah-Künstler aus – sie haben Wiedererkennungswert. Das Studio beschreibt seinen Stil insgesamt als sauber und klar, weshalb Nils das Team mit seinen geometrischen Formen und Motiven optimal ergänzt.

Wer sich von Nils Arbeiten überzeugen oder zunächst mal inspirieren lassen möchte kann hier oder auf seinem Instagram-Account „thelifeofnils“ einen Einblick bekommen.

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