Kunstzone mitten in der Stadt: Hugenottenhaus-Künstlerteam legte Garten frei

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Haben nach dem Entrümpeln schon viele kreative Ideen für die Kunstzone: (v.li.) Die Hugenottenhaus-Kuratoren Silvia und Lutz Freyer mit Tochter Maren und Pascal Heußner vom Kuratorenkreis
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Kunstzone im Hugenottenhaus-Garten
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Kunstzone im Hugenottenhaus-Garten
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Kunstzone im Hugenottenhaus-Garten

Über eine halbe Tonne Glas und eine Tonne Eisen haben die Künstlerfamilie Freyer und ihr Team aus dem Boden geholt

Kassel. Er hat Löcher durch Decken gebohrt, Böden geflickt, alte Räume wieder begehbar gemacht – und viel Taubendreck entfernt. Die Arbeitsstunden, die er und seine Frau Silvia im Hugenottenhaus geleistet haben, hat er längst aufgehört zu zählen. berichtet Künstler und Kurator Lutz Freyer. Eine Arbeit, die sich gelohnt hat: Zur Ausstellung „Freie Zimmer“ kamen im letzten Jahr tausende Besucher. Die Ausstellung mit 50 Künstlern, die in 24 Zimmern ihre Arbeoten zeigten, machte das Haus in der Friedrichsstraße 25 wieder zum Hot Spot, wie er es bei der documenta 13 war.

Auf dem Erfolg ruhen sich Familie Freyer, und Investor Udo Wendland aber nicht aus! Zusammen mit vielen fleißigen Helfern wie u.a. Eeeva Ojanperä und Stephan von Borstel und Regina Oesterling machten sie sich in den letzten Wochen daran, das angrenzende Gartengrundstück zu entrümpeln. Eine schweißtreibende Arbeit!

Udo Wendland bildet zusammen mit Silvia und Lutz Freyer das Dreigestirn, die sich für die Rettung des Hugenottenhaus einsetzen.  „Seit Januar sind wir dran, haben über eine halbe Tonne Glas und eine Tonne Eisen aus dem Boden geholt und vier Hänger voll Müll weggefahren. Nun geht die Aufräum- und Putz-Phase langsam zu Ende“, so Freyer. Zusammen mit seiner Frau und Tochter Maren sowie weiteren Kreativen hat er auch schon Pläne entwickelt, was in dem Garten demnächst so passieren könnte. Der etwas verwilderte Charakter soll auf jeden Fall naturbelassen beibehalten werden, schließlich sorgte ja auch der abgeranzte Charme des Hugenottenhaus für den besonderen Reiz der Ausstellung in 2019.

Ein Schild im Garten verrät schon den Namen des etwas anderen Kunstparks: „Kunstzone“. „Es ist zwar ein begrenzter Bereich, aber die Kunst dort soll frei sein. Und nicht so typisch clean, wie in einem Museum.“, so der Kurator. Maren Freyer erklärt: „Nachdem der Platz im Garten freigelegt wurde und wir gewisse Dinge weggenommen haben schauen wir jetzt erst mal, was wir aus den gegebenen Mitteln vor Ort machen und damit arbeiten. Das ist doch wie bei einem Haus. Wenn man vor Ort ist kommen einem so viele Ideen und so richtig da ist man doch erst, wenn der Name an der Tür steht.“

Viel kreatives Potential ist bei der Hugenottenhaus-Künstlergruppe auf jeden Fall vorhanden. Sehen kann man das zum Beispiel an einer neuen Treppe, die das Team mit Hilfe der Materialien vor Ort zusammengesetzt hat.

„Eigentlich ist für den 11. Juni auch eine neue Ausstellung im Haus anvisiert. Aber das wird aufgrund der Corona-Pandemie wohl nicht klappen. Deswegen müssen wir das bestimmt verschieben. Vielleicht kann es aber ja doch noch eine kleine Eröffnung geben. Wir müssen erst einmal abwarten“, so Lutz Freyer. Bis dahin wird im Garten noch weiter fleißig geschaufelt und gewerkelt.

Einen virtuellen Rundgang und einen 360 Grad-Blick vom Hugenottenhaus  (konzipiert von Stephan Haberzettl gibt es hier.

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