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Kurz vor der Oberbürgermeisterwahl: Welcher Kandidat will die Herkulesbahn?

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Von: Thomas Lange

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So könnte es mal werden: In dieser Montage rollt die Linie 3 bereits zum Weltkulturerbe. In Echt dauert es noch ein paar Jahre – sofern die „Herkulesbahn“ überhaupt zurückkommt. Foto: Montage

Sechs Kandidaten stehen kommende Woche zur Wahl. Doch mit welchem Oberbürgermeister hat Kassel eine Chance auf die Herkulesbahn?

Kassel. Welche Chancen hat die Herkulesbahn auf eine Wiederbelebung? Das ist seit vielen Jahren Thema in Kassel – ganz besonders, seit Herkules und Wasserspiele Weltkulturerbe sind.

Doch zu einer Entscheidung, ob die Bahntrasse wieder gebaut wird ist es bislang nicht gekommen. Dennoch wurde nun in den Medien darüber berichtet, dass der Landesbetrieb Hessenmobil in einer internen Untersuchung einer Neuaufnahme des Tram-Betriebs zum Welterbe positiv gegenüber stehen soll.

Chancen würden für den Tourismus gesehen. Bestätigt wird das allerdings nicht. Fakt ist: Das bisherige Verkehrskonzept der Museumslandschaft Hessen Kassel schafft es zu Spitzenzeiten – etwa während der Wasserspiele – nicht, die zahlreichen Bergparkbesucher in ihren Privat-PKW unterzubringen.

Befürworter der Herkulesbahn sehen in der Masse der Autos am Herkules den größten Trumpf für die Wiedereinführung. Die etwas mehr als drei Kilometer lange Trasse soll um die 13 Millionen Euro kosten.

Wir befragten zu diesem wichtigen stadt- und verkehrspolitischem Thema die sechs Kasseler Oberbürgermeisterkandidaten. Ergänzen Sie bitte folgenden Satz:

Wenn ich Oberbürgermeister der Stadt Kassel werde, ist die Herkulesbahn für mich...

Christian Geselle (SPD) ... ganz ehrlich ein Projekt von nachrangiger Bedeutung. Primär ist es unsere Aufgabe, den ÖPNV nachhaltig zu stärken und zu sichern. Eine Herkulesbahn spielt im Rahmen der öffentlichen Versorgungsfunktion keine Rolle, sondern wäre rein von touristischer Bedeutung.

Ich bin skeptisch, ob eine Herkulesbahn wirtschaftlich zu betreiben ist; ein möglicher Aufwand muss hier ganz klar im Verhältnis zum Nutzen stehen. Aktuell gibt es vorrangige Aufgaben im Bereich des ÖPNV zu lösen.

Dominique Kalb (CDU) …als direkte Verbindung der Stadt mit dem Herkules ein begrüßenswertes Projekt, dessen Realisierung erstrebenswert ist und welches bislang leider an ungeklärten Finanzierungsfragen scheiterte. Um die Herkulesbahn realisieren zu können, müssen Verhandlungen mit dem Land Hessen über die Finanzierung aufgenommen werden. Das hat die Stadtverordnetenversammlung bereits 2011 beschlossen. Allerdings ist der rot-grüne Magistrat in den vergangenen Jahren hier vollkommen untätig geblieben und hat seine Hausaufgaben nicht erledigt.

Murat Cakir (Linke)  ...ein schönes Projekt, das sich vom Geldaufwand und Notwendigkeit hinter anderen Projekten einreiht. Wichtiger ist die Planung für den Tramkorridor Rothenditmold-Harleshausen an dem über 20.000 Menschen leben. Weiteren Handlungsbedarf gibt es bei Kapazitätsausweitungen an überfüllten Tram und Buslinien, Verbesserung der Tarifstruktur, Verzahnung mit anderen Verkehren, Entwicklung eines Konzepts zur ÖPNV Erschließung des Industriegebiets Waldau und neue Finanzierungsperspektiven für den Nahverkehr.

Matthias Spindler (Die Partei)  ... neben der Einrichtung einer Tempo-130-Zone auf dem Innenstadtring, der Legalisierung von Waschbärkämpfen und der Abschaffung der Tram in Kassel eines der vordringlichsten Projekte, das noch in den ersten drei Jahren meiner Amtszeit angegangen wird.

Die Herkulesbahn genießt einen großen Rückhalt und Sympathievorschuss in der Kasseler Bevölkerung und ich werde einen Teufel tun, mich dem Volkswillen zu widersetzen!

Eva Koch (Grüne) ...ein wichtiges Projekt für die touristische Entwicklung Kassels, weil sie zusätzlichen Komfort für die Besucher*innen unseres Weltkulturerbes bietet und als umweltfreundliche Alternative zum Auto das Erlebnis des Bergparks aufwertet. Als Oberbürgermeisterin werde ich mich dafür einsetzen, dass die konkrete Planung möglichst schnell vorangetrieben wird.

Dr. Bernd Hoppe (FW) Ich habe von Beginn an den Vorschlag für eine neue Herkulesbahn unterstützt. Als Verlängerung der Linie 3 würde sie die verkehrliche Erschließung des Bergparks erheblich verbessern. Sie würde die Besucher direkt aus der Innenstadt umweltfreundlich, barrierefrei und komfortabel zu unserem Wahrzeichen bringen. Zudem wäre sie auch selbst eine touristische Attraktion."

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