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Der Kleinbus mit dem Stromabnehmer

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Sie rüsteten einen dieselbetriebenen Kleinbus zum Hybridfahrzeug um und legten darüber hinaus den Grundstein für eine neue Generation von Stromabnehmern für Straßenbahnen: Die Auszubildenden der Kasseler KVV-GmbH (v.li.) Tim Kreuz einer, Paul Degenhardt, Lukas Zimmermann, Fabian Kiehl und Lukas Kötter sowie der Duale Student Jonas Harbusch (in Gelb). © KVV-GmbH

KVG: Auszubildende aus Kassel rüsten Bus aus Hybridfahrzeug um

Kassel. Besser hätte das Projekt nicht in die Zeit passen können: Hohe Preise für Kraftstoffe zeigen, dass sie den richtigen Riecher hatten. Vor etwa einem halben Jahr hatten Auszubildende der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVV) die Idee, ihren für Ausbildungszwecke genutzten Diesel-Kleinbus auf Hybridantrieb umzurüsten. Die KVV-GmbH ist eine kommunale Unternehmensgruppe mit einer Energie- und einer ÖPNV-Sparte mit Sitz in Kassel, einer rund 200.000 Einwohner-Stadt in Deutschland.

Gesagt, getüftelt, geschraubt, getan: Der Bus der Kasseler Auszubildenden fährt jetzt im Probebetrieb. Das Besondere an dem Fahrzeug: Auf seinem Dach befindet sich ein Stromabnehmer. Dieser stammt von einer ausrangierten Straßenbahn der KVV-Tochter KVG AG, und wurde so umgebaut, dass er auf das Dach des Mercedes-Kleinbusses passt und mit wenigen Handgriffen auf- und abmontierbar ist.

Durch den Stromabnehmer kann der umgebaute Kleinbus die Oberleitung der Kasseler Straßenbahn nutzen, um den 45 kW-Elektromotor anzutreiben und seine Akkupacks zu laden. Damit hat das Fahrzeug auch ohne Stromabnehmer eine rein elektrische Reichweite von etwa 20 Kilometern was ihm erlaubt, nicht nur auf einer straßenbündigen Gleistrasse zu fahren, sondern auch auf einer normalen Fahrbahn. Noch mehr Flexibilität bietet dieses neue technische System, weil der Stromabnehmer nach seiner Demontage von dem Busdach nach nur wenigen weiteren Handgriffen wieder als Stromabnehmer für Straßenbahnen verwendbar ist.

Diese damit maximal flexible und sehr einfach zu bedienende Vorrichtung, die demnach Busse ebenso wie Straßenbahnen mit Energie versorgen kann, haben sich die Kasseler Auszubildenden patentieren lassen. Eine Delegation des japanischen Verkehrsministeriums aus Tokyo sowie eine Abordnung von Hyundai aus Südkorea haben bereits reges Interesse an dieser Technik signalisiert und ihre Besuche in Kassel angekündigt. Dem Vernehmen nach verfolgt Tesla-Chef Elon Musk das Projekt ebenfalls aufmerksam.

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