KVG: Schwarzfahrer verursachen Schaden von zwei Millionen Euro pro Jahr

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Rechnerisch beträgt die Schwarzfahrerquote in Kassel etwa 1,5 Prozent. Nach Erfahrungen von Schwerpunktkontrollen, bei denen durch KVG-Personal und Polizeikräfte stets sämtliche Fahrgäste eines Fahrzeugs kontrolliert werden, sowie Erfahrungen der ÖPNV-Branche muss jedoch von einer Schwarzfahrerquote von mindestens drei bis fünf Prozent ausgegangen werden. Diese Quote will die KVG um einen Prozentpunkt senken und damit jährlich rund 300.000 Euro bis 400.000 Euro Mehreinnahmen erreichen. Foto: dpa

Kassel. Häufiger, flexibler, überraschender: So lauten zusammenfassend die Inhalte des neuen Konzepts der KVG AG bei der Prüfung von Fahrausweisen.

Kassel. Häufiger, flexibler und überraschender: So lauten zusammenfassend die Inhalte des neuen Konzepts der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft AG (KVG) bei der Prüfung von Fahrausweisen. Die ersten Ergebnisse nach gut einem Monat neuer Prüfpraxis stimmen optimistisch: Fahrgäste reagieren zustimmend auf die höhere Präsenz des Personals und gemessen an der wesentlich höheren Zahl der Kontrollen sank die Quote der ermittelten Schwarzfahrer.

In den Kasseler Straßenbahnen und Bussen soll durch eine deutlich höhere Präsenz von Fahrausweisprüfern das Schwarzfahren weiter eingedämmt werden. Statt wie zuvor in festen Vierer-Teams sind die Fahrausweisprüfer der KVG seit dem 1. Juli in Zweiter-Teams im Liniennetz unterwegs. Bei insgesamt etwa 20 Mitarbeitern kontrollieren demnach bis zu zehn Gruppen in den Fahrzeugen der KVG.Durch weitere konzeptionelle Änderungen setzt die KVG zudem stärker als bisher auf den Überraschungseffekt: "Durch das mindestens wöchentliche, teilweise sogar tägliche Variieren der überprüften Linien und Einsatzzeiten können sich hartnäckige Schwarzfahrer wesentlich schwerer auf Fahrausweisprüfungen einstellen und ihnen ausweichen", erklärt Walter Bien, Leiter des für den Prüfdienst zuständigen Bereichs LA (Lokaler Aufgabenträger) der KVG. Doch auch hier ist Flexibilität die Devise: Die Zweier-Teams werden fallweise zu größeren Gruppen zusammengestellt und können dann gleichzeitig an allen Türen einer Straßenbahn mit der Prüfung beginnen, um das Aussteigen von Schwarzfahrern zu verhindern. Ergänzend gibt es auch künftig in unregelmäßigen Abständen so genannte Schwerpunktkontrollen gemeinsam von KVG und der Kasseler Polizei, bei der die Tickets sämtlicher Fahrgäste in einem Fahrzeug überprüft werden.

Die Erfahrungen der ersten Wochen sind aus KVG-Sicht durchweg positiv: "Bei einer ähnlich gebliebenen Zahl von festgestellten Schwarzfahrern  haben wir rund ein Viertel mehr Fahrgäste überprüft und viele davon haben uns in unseren Bemühungen bestärkt", berichtet Walter Bien.

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