Landrat empfiehlt: Gefangene Waschbären im Umweltministerium abliefern

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Die Wachbären nisten sich vor allem in Dachböden ein und zerstören die Wärmedämmung und Dachkonstruktion. Ihr Kot und Urin verbreiten einen bestialischen Gestank. Die Beseitigung der Schäden kostet nach Angaben betroffener Hausbesitzer bis zu zehntausend Euro.  Auch Abwehrmaßnahmen wie das Anbringen von Metallmanschetten an Regenfallrohren gehen ins Geld.

Jagdverband: Population des "Räubers mit der Zorromaske" wächst weiter drastisch an

Hessen. "Bei Privatleuten gefangene Waschbären sollten nach Wiesbaden ins Umweltministerium gebracht werden". Das hat der Landrat des Vogelsbergkreises, Manfred Görig (SPD, am Freitag bei der Eröffnung der Messe "Jagen-Reiten-Fischen-Offroad" in Alsfeld empfohlen.

Denn beim Vogelsbergkreis und vielen anderen hessischen Kommunen häuften sich die Beschwerden von Bürgern über Waschbär-Schäden an ihren Gebäuden immens. Görig kritisierte die lange Schonzeit, die der Waschbär durch die neue hessische Jagdverordnung genießt. Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) sollte deshalb direkt mit den Problemen konfrontiert werden, die sich daraus ergeben. Die Kleinbären nisten sich vor allem in Dachböden ein und zerstören die Wärmedämmung und Dachkonstruktion. Ihr Kot und Urin verbreiten einen bestialischen Gestank. Die Beseitigung der Schäden kostet nach Angaben betroffener Hausbesitzer bis zu zehntausend Euro. Auch Abwehrmaßnahmen wie das Anbringen von Metallmanschetten an Regenfallrohren gehen ins Geld. Der Waschbär darf laut neuer Jagdverordnung in Hessen vom 1. März bis 31. Juli nicht mehr bejagt werden.

Deshalb wächst laut Jagdverband die Population des "Räubers mit der Zorromaske" weiter drastisch an. Laut Statistik des Wiesbadener Umweltministeriums wurden 2015 in Hessen fast 28.000 Waschbären erlegt, 1995 waren es nur knapp 2500. Bis 2015 durfte der Kleinbär mit Ausnahme führender Muttertiere ganzjährig bejagt werden. "Für die überlange Schonzeit gibt es keine wildbiologische Begründung", kritisierte der Präsident des Landesjagdverbandes Hessen (LJV), Jürgen Ellenberger. Als "invasive Art" , die die heimische Tierwelt gefährde, müsse die Waschbär-Population möglichst klein gehalten werden. Ellenberger appellierte an Umweltministerin Hinz, wieder eine längere Jagdzeit einzuführen. Zudem rief er Hausbesitzer auf, dem Umweltministerium jeden Waschbär-Schaden zu melden .

Der Behörde müsse das ganze Ausmaß der Schäden vor Augen geführt werden. Privatleute dürfen zwar grundsätzlich Waschbären in Häusern und Scheunen fangen, wenn sie an einem anerkannten Fangjagdlehrgang teilgenommen haben und über die entsprechende Sachkunde verfügen. Allerdings dürfen gefangene Kleinbären auch von Jägern im besiedelten Bereich nur in Ausnahmefällen mit einer Sondergenehmigung per Schusswaffe getötet werden. Zugleich dürfen aber gefangene Waschbären nicht wieder in der freien Wildbahn ausgesetzt werden, weil sie von der EU als "invasive Art" eingestuft worden sind. Das Aussetzen dieser Arten ist streng verboten.

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