Lautloser Jäger aus der Luft: Auf Beizjagd mit Greifvogel Brocks und Falkner Kai Siebert

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Mit Fleischbrocken lockt Falknermeister Kai Siebert das Habichtweibchen Brocks nach der Flugrunde zurück auf seinen Handschuh. Dieser ist ein wichtiger Teil der Ausrüstung: Ist er nicht robust genug, würden die messerscharfen Krallen des Vogels die Hand schwer verletzen.

Wer mit Kai Siebert ins nordhessische Gelände geht, lernt eine Jahrhunderte alte Jagdform kennen: Die Beizjagd mit einem Habicht ist nicht nur besonders leise, sondern auch naturnah. Wir haben den Falknermeister Siebert und seinen Greifvogel Brocks dabei begleitet.  

Grebenstein. Während das satte Grün aus Blättern und Wiesen gewichen ist und sich der Himmel über einem weitläufigen Feld nahe Grebenstein grau getrübt zeigt, fokussieren stechend gelbe Augen klar und leuchtend schon ihre Beute: Vom widerstandsfähigen Lederhandschuh schwingt sich Habichtweibchen Brocks mühelos in die Luft auf und stürzt sich präzise auf ein Wildkaninchen, das noch versucht über das Feld zu fliehen – hoffnungslos. Die scharfen schwarzen Krallen des Grifftöters schlagen sich binnen weniger Augenblicke in das chancenlose Tier.

„Der Habicht ist kein Mäusefänger. Er fängt sich seine Beute immer selbst, bevorzugt Kaninchen oder Hasen und reagiert erst auf seine Beute, wenn sie sich bewegt,“ erzählt der nordhessische Falknermeister Kai Siebert, der seit 1992 Habichte hält und mit ihnen auf die sogenannte Beizjagd geht. Brocks ist dabei das sechste Jagdtier des Falkners. Kai Siebert begleiten neben dem Vogel und seinem Deutsch-Drahthaar Jagdhund Emma, die zunächst Büsche absucht und Kaninchenbauten anzeigt, auch wendige Frettchen. Letztere treiben das Kaninchen aus dem Bau und sobald Brocks schließlich zum Einsatz kommt, geht plötzlich alles ganz schnell.

Falknermeister Kai Siebert geht mit Jagdhund Emma und Habichtweibchen Brocks auf Pirsch.

„Wenn mein Habicht die Beute in seinen Fängen hat, muss er einem Tausch zustimmen, denn umso mehr man ziehen würde, desto fester würde er das Wild greifen. Er bekommt sein erlegtes Tier niemals entrissen,“, sagt der 50-Jährige, der bereits mit Mitte 20 seinen Jagd- und Falknerschein gemacht hat.

Um das Kaninchen zu bekommen, nähert sich Kai Siebert dem Habicht mit blankem Fleisch, das er bei der Jagd immer in seiner Falknertasche mit sich führt. Brocks kann dann einfach von der Beute auf den Handschuh mit dem Fleischstück überwechseln. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass der Falkner nie weiß, ob der Tausch tatsächlich von statten geht und wie erfolgreich seine geplante Jagd ausgeht. In der Jahrhunderte alten, vor allem vom damaligen Adel geschätzten Jagdform liegen aber auch zahlreiche Vorteile begründet.

„Habichte haben ein besonderes Temperament und jagen auch ein bisschen mit Lust. Dabei besitzen sie eine unglaubliche Reaktionsschnelle und diese natürliche Art der Jagd ist nicht nur sehr leise, sondern auch gefahrlos für Menschen“, betont Kai Siebert, der Mitglied des 1921 gegründeten Deutschen Falkenordens ist.

Die ganze Geschichte über Kai Siebert und Greifvogel Brocks lesen Sie in unserem 34 Magazin und online unter 34-magazin.de.

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