"Leben nach dem Überleben": Ausstellung thematisiert Folgen des Holocausts

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Holen die Ausstellung „Leben nach dem Überleben“ nach Kassel (v.li.): Ilana Katz, Elena Padva und Martin Sehmisch vom Kasseler Sara Nussbaum Zentrum für Jüdisches Leben.

Wie wirkt sich der Holocaust noch heute auf das Leben der Überlebenden aus? Mit dieser und anderen Fragen setzt sich die Ausstellung "Leben nach dem Überleben" auseinander.

Kassel.  Wie wirkt sich der Holocaust noch heute auf die Überlebenden aus? Welchen Einfluss hat er auf deren Leben, deren Gefühle und deren Familien? Mit dem „Leben nach dem Überleben“ setzt sich eine Ausstellung des Kasseler Sara Nussbaum Zentrums für Jüdisches Leben im Bundessozialgericht Kassel auseinander. Dort wird ab dem 1. März eine Rauminstallation mit Fotografien von Holocaust-Überlebenden und ihren Familien in Israel sowie Videosequenzen und Texttafeln gezeigt. Die Fotografin Helena Schätzle hat die mittlerweile in Israel lebenden Überlebenden im Jahr 2015 besucht, fotografiert und sie zu ihrem Leben nach dem Überleben interviewt. Aufgegriffen werden auch die Themenbereiche Holocaust und Trauma. „Diese Ausstellung ist wichtig und sehenswert, weil die Überlebenden zum einen nicht bloß als Opfer, sondern als Menschen mit Gedanken und Gefühlswelten dargestellt werden. Zum anderen muss die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen und ihre verheerenden Auswirkungen besonders in der heutigen Zeit immer wieder in die Köpfe der Menschen zurückgeholt werden“, sagt Martin Sehmisch vom Sara Nussbaum Zentrum.

Die Themen, die die Ausstellung behandelt, seien in Deutschland heute nicht mehr ausreichend präsent. Schülern würde der Holocaust laut Sehmisch nur noch schemenhaft vermittelt und auch der Aufschwung rechtspopulistischer Parteien sei dafür verantwortlich, dass die Geschehnisse des zweiten Weltkriegs immer mehr verharmlost würden. Das sieht auch Ilana Katz, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Kassel, Geschäftsführerin des Zentrums und selbst Überlebende in der zweiten Generation, so: „Die Verbrechen sind vorbei, aber die Folgen sind bis in die dritte Generation der Nachfahren von Überlebenden zu spüren.“ Dass die Überlebenden in der Ausstellung selbst zu Wort kämen, ermögliche eine persönliche Annäherung, auch für jüngere Generationen. „Wir möchten besonders junge Menschen erreichen und sind deshalb froh, dass bereits einige Schulklassen für einen Besuch angemeldet sind“, betont auch die Leiterin des Sara Nussbaum Zentrums, Elena Padva, die Wichtigkeit der Erinnerungsarbeit. Zur Eröffnung am Mittwoch, 28. Februar, erwartet das Zentrum neben dem Präsidenten des Bundessozialgerichts, Dr. Rainer Schlegel, auch die Überlebende Pnina Katsir aus Israel. Sie wird im Rahmenprogramm der Ausstellung auch am Donnerstag, 1. März, zu einem offenen Zeitzeugengespräch im Bundessozialgericht zu Gast sein. Weitere Infos zur Ausstellung und das gesamte Begleitprogramm unter: www.sara-nussbaum-zentrum.de

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