"Leben retten ist einfach": Klinikum Kassel bietet Reanimationsworkshop

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„Werde Lebensretter“ – unter diesem Motto informieren Prof. Dr. Ralf Muellenbach (re.) und Dr. Klaus Weber vom Zentrum für Notfall- und Intensivmedizin am Klinikum Kassel, alle Interessierten in einem kostenlosen Workshop.

Anlässlich der Woche der Wiederbelebung gibt am Montagabend einen kostenlosen Reanimationsworkshop im Klinikum Kassel. "Danach kann es jeder", sagt Dr. Klaus Weber.

Kassel. Bei einem Herzstillstand muss es schnell gehen. Es geht um Minuten, oft sogar Sekunden, wenn ein Mensch plötzlich bewusstlos wird und nicht oder nur noch unregelmäßig atmet. Für diejenigen, die eine solche Notsituation mitbekommen, gilt dann: Ruhe bewahren und Leben retten. Denn wer richtig handelt und unmittelbar mit einer Herzdruckmassage beginnt, verdreifach die Überlebenswahrscheinlichkeit des Betroffenen.

„Leider wurde höchstens die Hälfte aller Patienten, die mit einem Herzstillstand bei uns im Krankenhaus eingeliefert werden, zuvor von einem Laienersthelfer reanimiert. Zu viele Anwesende schauen weg und trauen sich nicht, zu handeln“, erklärt Dr. Klaus Weber, Chefarzt der Interdisziplinären Notaufnahme am Klinikum Kassel. Gemeinsam mit seinem Kollegen Prof. Dr. Ralf Muellenbach, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie am Klinikum Kassel, will er dem entgegenwirken. Anlässlich der diesjährigen Woche der Wiederbelebung, die vom 17. bis 23. September deutschlandweit stattfindet, beteiligt sich auch das Kasseler Klinikum mit Aktionen rund ums Thema Reanimation.

So bieten sie direkt am Montag, 17. September, um 17.30 Uhr einen kostenlosen Reanimationsworkshop auf der Konferenzebene 8 des Klinikums Kassel in der Mönchebergstraße 41-43 an. Alle Interessierten sind eingeladen, an der kurzen Einführung mit anschließender Wiederbelebungsübung an einer Puppe teilzunehmen. „Die Menschen sollen sehen und selber merken, wie einfach es eigentlich ist, ein Leben zu retten. Jeder, der zu dem Workshop kommt, kann es danach“, garantiert Dr. Klaus Weber. Mit dem nötigen Wissen gestärkt, sollen möglichst viele Menschen künftig den Mut zur Laienreanimation haben – so auch das erklärte Ziel der Woche der Wiederbelebung. „Wenn die betroffene Person nicht reagiert und nicht oder nur unregelmäßig atmet, ruft man zuerst die 112. Dann beginnt man, mit einer Schnelligkeit von etwa 100 Mal pro Minute, in der Mitte des Brustkorbes kräftig zu drücken. So lang, bis Hilfe eintrifft“, erklärt Dr. Weber kurz die Laienreanimation. „Das ist ganz einfach und kann jeder – ob jung oder alt.“

Eine Mund-zu-Mund-Beatmung sei bei der Laienreanimation nicht nötig. Die Herzdruckmassage helfe dem Körper bereits, den nötigen Sauerstoff durch den Körper zu pumpen. Dabei könne man auch nichts falsch machen. „Der größte Fehler, den man als Anwesender bei einem Herzstillstand begehen kann, ist gar nichts zu tun“, betont Dr. Weber. „Eine gebrochene Rippe ist doch weit weniger schlimm als ein verlorenes Leben.“ Das werden Prof. Dr. Ralf Muellenbach und Dr. Klaus Weber in der kommenden Woche auch in Vorträgen und Übungen an das Personal des Kasseler Rathauses sowie an drei Kasseler Schulen weitergeben.

EXTRA INFO: Wiederbeleben lernen

Der Reanimationsworkshop im Klinikum Kassel ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wer am kommenden Montagabend keine Zeit hat, kann sich jedoch auch außerhalb der Woche der Wiederbelebung zu einem entsprechenden Kurs beim DRK, dem ASB oder einer anderen Organisation anmelden oder sich online unter www.einlebenretten.de über die Laienreanimation informieren.

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