Leere Zwinger wegen Corona? Wie die Tiere der Wau-Mau-Insel die Zeiten erleben

Die Corona-Krise hat nicht nur uns Menschen getroffen. Auch für Tiere gab es Auswirkungen, berichtet Wau-Mau-Insel-Leiter Karsten Plücker.

Kassel. So konnten beispielsweise aufgrund der Grenzschließungen Züchter ihre Welpen nicht abgeben und laut Daily Mail gab es in Großbritannien vermehrt Abgaben von Papageien. Grund: Die Vögel plapperten zu oft während der Videokonferenzen im Homeoffice. Wir fragten bei Tierheim-Leiter Karsten Plücker nach, wie die Wau-Mau-Insel die Zeit erlebt hat.

Leiter der Wau-Mau-Insel Karsten Plücker über die Corona-Krise im Tierheim.

Karsten Plücker: „Es gab einige Veränderungen. Unsere Arbeitsweise hat sich geändert, indem wir nur noch Einzeltermine machen und keine allgemeinen Öffnungszeiten mehr haben. Das hat den Vorteil, dass man dann für die einzelnen Vermittlungen mehr Zeit und Ruhe hat und das dadurch auch weniger Tiere zurückgekommen sind. Nachteilig ist, dass jetzt natürlich weniger Menschen ins Tierheim kommen und dadurch auch weniger Spenden kommen.“

Weniger Gassigeher

„Gassigeher haben wir weniger, aber natürlich auch weniger Tiere, die zu betreuen sind. Es gibt viele Anfragen für das Gassi gehen, aber wir wollen momentan unseren Mitarbeiterkreis nicht zu groß werden lassen, um Kontakte zu minimieren.“

Gewinner und Verlierer

„Gewinner waren im März/ April unsere ‚Langzeitinsassen‘. Da wurden einige mangels Konkurrenz vermittelt. Die Ebay-Anzeigen sind um 30 Prozent gesunken, Welpen bei Ebay um 70 Prozent – Ursache hierfür war die Grenzschließung und die Tatsache, dass somit keine Einfuhr möglich war. Verlierer sind die Tiere, die sich im Zwinger oder Zimmer gut präsentieren, aber auf Fotos nicht so herüberkommen. Die sieht ja jetzt keiner. Es wurden auch nicht unbedingt mehr Tiere vermittelt, aber es gab weniger Fund- und Abgabetiere und deshalb sind die Tierbestände niedrig. Da es überall wenig Hunde gab, nahmen natürlich auch die Anfragen von weiter weg zu.

Finanziell hat uns der Ausfall unserer Feste am meisten getroffen. Da fehlen alleine in Kassel dieses Jahr schon 40.000 Euro Einnahmen und die holen wir auch nicht wieder rein. Es gab aber im April auch noch viele Spenden.“

Rubriklistenbild: © Bräutigam

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