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Leipziger Straße: Betrüger bauen Flüchtlingsunterkunft

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Zoll, Schwarzarbeit, Festnahme
Zoll, Schwarzarbeit, Festnahme © Lokalo24.de

Am Dienstag nahmen Zoll und Polizei 28 ausländische Bauarbeiter in Kassel fest. Mit gefälschten Pässen waren die Serben zu Kroaten "geworden".

Kassel.  13 Schwarzarbeitskontrolleure des Zolls hatten die Baustelle in der Leipziger Straße inspiziert. Dort soll eine neue Flüchtlingsunterkunft entstehen.  Dem Zoll lag eine Meldung vor, dass ein Werkvertrag zur Durchführung der Bauarbeiten für eine serbische Firma nicht genehmigt wurde, auf der Baustelle aber gearbeitet wurde.

Bei der Kontrolle trafen sie 29 Bauarbeiter beim Innenausbau an, die sich mit kroatischen Identitätskarten auswiesen und für die deutsche Niederlassung einer serbischen Firma arbeiteten. Kroaten ist das Arbeiten in Deutschland ohne besondere Arbeitsgenehmigung erlaubt.

Aber die erfahrenen Zöllner waren argwöhnisch und vermuteten Betrügereien.

So hatten sie auch die Vermutung, dass es sich bei den kroatischen Ausweisen um Fälschungen handelte. Um Klarheit zu erhalten, forderten sie zur Unterstützung Speziallisten für Dokumentenprüfungen bei der Polizeidirektion Kassel an. Die Polizei schickte einen Dokumentenprüfer und einige Beamte einer operativen Einheit um den Zoll zu unterstützen. Schnell entlarvte der Spezialist der Polizei etliche Ausweise als Fälschungen.

Daraufhin wurden 28 Arbeiter wegen des Verdachts auf illegalen Aufenthalt und Urkunden-fälschung festgenommen und mit tatkräftiger Unterstützung der Kasseler Polizei auf die Polizeiwache gebracht. Dort erhärtete sich dann der Verdacht bei 20 der Festgenommen, die keine Kroaten sondern Serben waren. Bei den restlichen acht Arbeitern handelte sich um Kroaten, die auf die Baustelle entlassen wurden.

Gegen die Serben wurden Ermittlungsverfahren wegen illegalem Aufenthalt und Urkundenfälschung eingeleitet. Ihnen steht die Ausweisung durch die Ausländerbehörde bevor. Sie wurden nach den polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.

Auch gegen deren Arbeitgeber leiteten die Zöllner Ermittlungen wegen illegaler Ausländerbeschäftigung ein. Noch während die Kontrollmaßnahmen andauerten, durchsuchten Zollbeamte die Geschäftsräume seiner Firma nach Beweismitteln. Im Auftrag eines Kasseler Unternehmens soll er ein ehemaliges Geschäftshaus zu Flüchtlingsunterkünften umbauen.

Die Ermittlungen dauern an.

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