Letzter „Wächter“ soll in Kassel bleiben: Cristian Gherhard sucht Sponsoren für Mönch-Kunstwerk

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Sie waren zwar keine offizielle documenta-Kunst, kamen bei Besuchern aber trotzdem super an. Nun ist von den neun „Wächtern der Zeit“ nur noch einer über. Cristian Gherhard sucht finanzielle Unterstützer, damit die Figur in Kassel bleiben kann

Kassel.  Auch wenn sie von städtischer Seite immer sofort entfernt wurden, wenn sie auftauchten und kein offizieller Bestandteil der documenta 14 waren, waren sie doch die heimlichen Stars der Kunstschau und sorgten für viel Aufmerksamkeit: „Die Wächter der Zeit“-Figuren des österreichischen Künstlers Manfred Kielnhofer.

Sie tauchten während der documenta-Zeit immer wieder im Stadtbild auf, wurden heimlich nachts oder früh am Morgen aufgestellt. Weil sie kein offizielles Kunstwerk der Schau waren, wurden sie von Ordnungshütern der Stadt und der Museumslandschaft Hessen Kassel sofort nach Entdecken abtransportiert und eingelagert. Jetzt ist die documenta schon ein paar Monate vorbei und nur noch ein Wächter ist übrig geblieben. Er steht derzeit am Fuldaufer auf der Terrasse des Restaurants Finkenherd. Und steht zum Verkauf. „Es ist also unklar, wie lange er noch dort stehen bleibt“, berichtet Cristian Gherhard. Der Kasseler, der vielen Leuten der Region aus dem Nachtleben bekannt ist und mit Veranstaltungen wie dem „Wandertag der Liebe“ ebenfalls für viel Aufmerksamkeit sorgte, setzt sich für den Verbleib des Kunstwerks in Kassel ein. Und möchte mit Hilfe von Sponsoren dafür sorgen, dass er auch künftig über die Kasseler wacht. „Es ist doch schade, wenn keiner der Figuren in Kassel als Andenken verbleibt. Die anderen Wächter sind bereits alle an private Kunstsammler verkauft worden. Einer steht in Hamburg im Garten eines Privatanwesens, einer wurde sogar ins Ausland verkauft“, berichtet Gherhard, der mit dem Künstler befreundet ist. Damit die Kunstfigur in Kassel bleibt, müssen 5.000 Euro zusammen kommen. Der Kasseler Kunstfan hofft, dass das dank vieler Sponsoren möglich wird. Ein Teil der Einnahmen – so mit dem Künstler abgesprochen – soll auch für wohltätige Zwecke gespendet werden.

Vor der Eröffnung der documenta 14 hatte Künstler Kielnhofer drei seiner Wächter auf den Friedrichsplatz gestellt. Es folgten drei in der Karlsaue und später tauchten drei am Schloss Wilhelmshöhe auf. Die Idee hinter den Kunstfiguren, die an Mönche erinnern: Bei den Wächtern der Zeit geht es um das Kommunizieren in schwierigen Zeiten. Die Menschen sollen sich über sie Gedanken machen und miteinander reden. „Viele documenta-Besucher knipsten die Figuren und verbreiteten die Fotos in den sozialen Medien. Ein Wächter ist deshalb doch ein super Aushängeschild für Kassel.“ Wer spenden möchte, kann sich an Cristian Gherhard wenden unter: Tel.: 015171241346, e-mail: info@beiunz.de

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