Liebesverbot für Schildkröten-Paar

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Kassel. Arme Dinos: Weil Amt ein "Zuchtverbot" aussprícht, werden Schildkröten-Pärchen die Baby-Tiere abgenommen.

Kassel. Behörden-Blödsinn oder richtiges Verhalten zur Wahrung des Artenschutzes? Diese Frage stellt sich im kuriosen Schildkrötenstreit eines Kasselers mit dem Regierungspräsidium. Was ist pasisiert?Volker H. (61) aus Kassel besitzt mehrere Schildkröten, darunter zwei artengeschützte Griechische Landschildkröten. Diese hatte ihm sein Vater in den 60er Jahren geschenkt, heute sind Männchen und Weibchen knapp 60 Jahre alt – und fleißig am Kinder bekommen. Und da beginnt das Problem: Damals, zur Zeit des Kaufs, befand sich diese Schildkrötenart nicht auf der Liste bedrohter Tierarten.

Dies änderte sich in den 80er Jahren, als alle Griechischen Landschildkröten offiziell gemeldet und ihre Herkunft nachgewiesen werden mussten. Otto H., Volker Hs. Vater, tat dies, mit dem Vermerk, über 20 Jahre nach dem Kauf keinen Nachweis der Herkunft liefern zu können.

Also stellte die Behörde damals eine "Befreiung vom Besitzverbot" aus, belegte H. jedoch mit einem "Zuchtverbot". Doch die Tiere hielten sich nicht an die Behörden-Regel: In den vergangenen  Jahren legte das Weibchen sieben Eier, H. zog die Tiere auf, zwei verstarben, eine Baby-Schildkröte schenkte er seiner Lebensgefährtin. Nun machte sich H. auf zum Regierungspräsidium (RP), um die restlichen vier anzumelden – und bekam Ärger: "Vergangene Wochen kamen zwei Damen vom RP und holten die verbliebenen vier Schildkröten ab."

Grund:  Aufgrund der nur geduldeten  Elterntiere sei der Nachwuchs quasi illegal, nun müsse die Behörde einschreiten. "Die Mitarbeiterinnen drängten mich, zu unterschreiben, ich hätte die Tiere freiwillig abgegeben", erklärt H. noch immer verärgert. Sonst, so sagt H., drohten Strafe und Kosten für Unterkunft, Verpflegung etc. der Tiere. Und: "Mir wurde nicht gesagt, was mit den kleinen Baby-Tieren passiert."

Tiere an unbekanntem Ort

Das Regierungspräsidium gibt auf diese Frage Antwort: "Ehrenamtliche betreuen die Tiere, die dem Handelskreislauf dauerhaft entzogen werden," erklärt Jörg Wiegel, Sprecher des RP. Und wo sind die kleinen Dinosaurier genau? Wiegel: "Eine artgerechte Haltung ist gewährleistet. Der Ort, an dem die Tiere untergebracht werden, kann zum Schutz der ehrenamtlich Tätigen nicht bekannt gegeben werden."

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