Linke wollen Gesundheitskarte für Flüchtlinge

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Die Kasseler Linke ist für die Einführung einer Gesundheitskarte für Flüchtlinge. Damit haben sie einfacheren Zugang zu medizinischer Versorgung.

Kassel. Dass Flüchtlingen in Deutschland die selben Rechte zustehen, wie Bundesbürgern ist klar. Das gilt auch für medizinische Versorgung. Um Asylsuchenden einen leichteren Zugang zu ärztlichen Behandlungen zu ermöglichen, will die Kasseler Linke nun, wie auch schon Bremen und Hamburg, eine Gesundheitskarte für Flüchtlinge einführen.

Bisher müssen Flüchtlinge  erst vom Sozialamt einen Krankenschein ausgestellt bekommen, um sich vom Arzt behandeln lassen zu könen. Wird das sogenannte Bremer-Modell eingeführt, bekommen Flüchtlinge künftig eine Chipkarte, ähnlich wie eine Versichrungskarte. Damit sollen laut Linken der bürokratische Aufwand und damit verbundene Kosten verringert und in medizinischen Notfällen eine schnelle Versorung gewährleistet werden.Auch Wilfried Zeuch, Flüchtlingsheim-Leiter in Wolfhangen, spricht sich für eine solche Gesundheitskarte aus: "Das ist ein deutliches Signal für die Integration von Flüchtlingen.".In Wolfhagen etwa bekommt jeder Asylsuchende für ein viertel Jahr im voraus drei Krankenscheine. Einen roten für Allgemein- und Fachmediziner, einen gelben für den Zahnarzt und einen weißen zur Medikamentenzuzahlungsbefreiung.

Weniger Diskriminierungen

Mit einer Gesundheitskarte würde nicht nur der Verwaltungsaufwand geringer – Flüchtlinge können sich so unkompliziert von verschiedenen Fachärzten behandlen lassen – es würde auch weniger zu Diskriminierungen kommen, meint Zeuch: "Ohne einen roten Behandlungsschein in der Hand, fällt sein Status als Flüchtling viel weniger auf. So gebe es keine Stigamtisierung in Praxen mehr."  In Wolfhagen arbeiten laut Zeuch alle Ärzte gut mit dem Flüchtlingsheim zusammen, doch in größeren Städten könne es mit einem Krankenschein durchaus zu Problemem kommen: "Dadurch fühlen sich Flüchtlinge oft wie Patienten dritter Klasse."

Die medizinischen Leistungen, die einem Flüchtling zustehen, sind dabei in etwa auf dem Niveau eines AOK-Versicherten. "Sie bekommen also keine bessere oder schlechtere Behandlung wie ein Normal-Versicherter", so Zeuch.  Im nächsten Ausschuss für Integration und Gleichstellung  am morgigen Donnerstag soll der entsprechenden Antrag der Linken-Fraktion diskutiert werden.

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