Live-Club "Fiasko" in Kassel schließt völlig überraschend

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Inhaber Oliver Kurzweil, der das Fiasko über so viele Jahre mit  viel Herzblut betrieb, musste Privatinsolvenz anmelden.

Am Samstagabend ließen es "Ace of Spades" im Kasseler Fiasko nochmal standesgemäß krachen. Am Sonntagnachmittag kam dann die überraschende Nachricht, dass die Kasseler Gastro-Institution ihre Türen für immer schließt: Privatinsolvenz!

Kassel.  Der letzte Abend in der Geschichte des beliebten Live-Clubs „Fiasko“ in der Schönfelder Straße in Kassel war standesgemäß: Auf der Bühne des Clubs in der Nähe des Wehlheider Kreuzes rockten „Ace of Spades“ zusammen mit Musiker-Kollegen. Ausgelassene Stimmung vor und auf der Bühne.

Die Nachricht am nächsten Tag tat dann mehr weh als der schlimmste Kater: „Das Fiasko ist zu!!! Danke für all die Jahre. Tschüß!!!“ lautete der nüchterne Eintrag auf der Facebook-Seite des Lokals, das seit 1987 in den Räumen einer alten Bäckerei bestand.

 „Das ist ja so traurig. Gestern Abend / heute Nacht war es noch so schön.Wenn ich daran denke, dass Ollie uns noch einen (letzten ) Jägermeister ausgegeben hat, und wir nichts ahnten...“ ist Karsten Köhler, Frontmann der „Ace of Spades“ von der Nachricht tief betroffen.

 1994 hatte Oliver Kurzweil den Laden von seinem Vater Peter übernommen. In den 80er als Biker-Treff konzipiert und als Nachfolger der berühmt-berüchtigten „Hazienda“ angetreten, setzte Oliver Kurzweil auf das Thema Live-Musik und lockte so eine große Besucher-Bandbreite in die Räume. Ob lokale Acts oder bekannte Größen – alle gaben sich hier die Klinke in die Hand. Das „Fiasko“ war zur Institution geworden, überzeugte auch mit seinem ehrlichen Speisenangebot und seinem idyllischen Biergarten. Keine Frage, dass auch beim Zissel das Fiasko auf der Regatta-Wiese mit einem Stand vertreten war. Und im gastronomischen Dreigestirn mit Joe‘s Garage und dem Café Kraftstoff auch über viele Jahre hinweg die Getränkeversorgung am Kasseler Kulturzelt übernahm. Alles Geschichte.

„Ich musste Privatinsolvenz anmelden, die finanzielle Situation hat mir keine andere Wahl gelassen“, sagt Oliver Kurzweil am Montag gegenüber dem EXTRA TIP. „Die Umsätze gerade unter der Woche sind zuletzt sehr eingebrochen – und schon in den Vorjahren wurde es immer schwieriger mit einem immer kleineren Polster vom Sommer die Wintermonate zu überbrücken“, beschreibt Kurzweil einen schleichenden Prozess, der zum schmerzhaften Finale geführt hat. Wie es jetzt weitergeht – für ihn und für den Standort – vermag er selbst noch nicht zu sagen. „Dafür ist das alles noch zu frisch.“

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